Siegfried Lokatis und Ingrid Sonntag (Hg.)

Heimliche Leser in der DDR

Kontrolle und Verbreitung unerlaubter Literatur

Auf abenteuerliche Weise versuchten DDR-Bürger, an Literatur heranzukommen, die im Lande ausgegrenzt oder verboten war. Dabei ging es nicht nur um Bücher von Biermann, Bahro oder Orwell, sondern auch um Versandhauskataloge, Zeitschriften und Erotika. Bei den Schmuggelgeschichten aus dem „Leseland“ erfährt man, wie 4000 Broschüren in die Hohlräume eines Kleinbusses passen und wie man Bücher am besten in der Toilette eines Eisenbahnwaggons verstecken konnte. Zugleich geht es um die unwiderstehliche Anziehungskraft von Giftschränken in Bibliotheken und den Diebstahl von Westliteratur auf der Leipziger Buchmesse.
Im vorliegenden Band berichten Bücherschmuggler und ehemalige Zolloffiziere, Dissidenten und Postkontrolleure der Stasi über ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit unerlaubter Literatur. Buchwissenschaftler geben nach eingehenden Aktenanalysen und Zeitzeugenbefragungen überraschende Einblicke in eine Welt leidenschaftlicher Leser.
Der Band entstand im Kontext eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojektes des ZZF, das den Umgang der heimlichen Leser mit dem Zensursystem der DDR und der Wirksamkeit der Zensur untersucht.


Ort: Berlin
Jahr: 2008
Verlag: Ch. Links
Seiten: 406
ISBN: 978-3-86153-494-5
Publikationen