Abgeschlossene Projekte

Dokumentation "Geschichte des Liebknechtportals" (2018)

Das in die Fassade des DDR-Staatsratsgebäudes integrierte „Liebknechtportal“ erfüllte eine doppelte Funktion für das staatliche Selbstverständnis: Es war Siegestrophäe über die untergegangene Hohenzollernmonarchie und Denkmal der sozialistischen Revolution zugleich. Auf dem Balkon des Portals stehend hatte Karl Liebknecht am 9. November 1918 die Räterepublik verkündet; beim Abriss des Schlosses 1950 wurde das barocke Tor sichergestellt, um es als Symbol der vorweggenommenen Staatsgründung im Moment des Triumphes über Imperialismus, Militarismus und Faschismus wiederaufzubauen.
Je harmonischer das Narrativ, desto störender unpassende Details: Wo genau stand Liebknecht eigentlich, als er die Republik ausrief? Wie überhaupt konnte der Staatsfeind Nummer 1 in das heiligste Refugium des Kaisertums gelangen? Und wer veranlasste schließlich, mehr als dreißig Jahre später, den Ausbau des Bauteils aus der sprengbereiten Ruine? Aus Zeitungsartikeln, Augenzeugenberichten, literarischen Schilderungen, Bauakten und Planungsskizzen soll die Geschichte des Liebknechtportals rekonstruiert werden – vom Erscheinen des Arbeiterführers vor dem Schlosseingang bis zur Inszenierung der Balkonszene in der DDR-Geschichtsdeutung. Das Projekt wurde gefördert durch die Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum.

Publikation: Dominik Juhnke/Judith Prokasky/Martin Sabrow, Mythos der Revolution. Karl Liebknecht, das Berliner Schloss und der 9. November 1918, Berlin 2018.

Bearbeiter am ZZF: Dominik Juhnke

 

Website „Kontinuitäten, Brüche, Neuanfang? Eine virtuelle Ausstellung zum Umgang mit dem Nationalsozialismus im BMI und MdI von 1949 bis 1970“ (2017)

Studierende der Public History an der Freien Universität Berlin haben die virtuelle Ausstellung „Kontinuitäten, Brüche, Neuanfang. Umgang mit dem Nationalsozialismus in den beiden deutschen Innenministerien 1949-1970“ konzipiert und umgesetzt. Sie konnten dabei auf die Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Nachkriegsgeschichte des Bundesministeriums des Innern (BMI) und des Ministeriums des Innern der DDR (MdI) zurückgreifen, das gemeinsam vom Institut für Zeitgeschichte München – Berlin (IfZ) und vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) durchgeführt wird.
Die virtuelle Ausstellung erzählt „Geschichte mit Geschichten“. Kurze Biografien ermöglichen einen Einblick in den Werdegang leitender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus beiden deutschen Innenministerien. Sie sind eng mit den thematischen Schwerpunkten verknüpft, bieten einen vielfältigen Zugang und füllen die historischen Prozesse mit Leben. Über allem schwebt die zentrale Frage, was „Belastung“ bedeutet. In einer interaktiven Umfrage ist dazu Ihre ganz persönliche Meinung gefragt.
Die Ausstellung „Kontinuitäten, Brüche, Neuanfang. Umgang mit dem Nationalsozialismus in den beiden deutschen Innenministerien 1949-1970“ wurde am 26. Juni 2017 im BMI durch den Bundesinnenminister Thomas de Maizière eröffnet.

Leitung am ZZF: Dr. Irmgard Zündorf

 

Informationssystem in der Waldsiedlung Wandlitz

Seit Juni 2017 steht die ehemalige Wohnsiedlung der SED-Elite bei Bernau unter Denkmalschutz: Die Anlage des Areals blieb bis heute unverändert und in einzelnen Gebäuden haben sich sogar Teile der Originalausstattung erhalten. Bereits im Mai 2016 wurde – zunächst im Rahmen der Sonderausstellung „Waldsiedlung Wandlitz“ des Wandlitzer Barnim Panoramas – damit begonnen, ein Informationssystem in der Siedlung aufzubauen. Seit Oktober 2017 informieren 14 Infostelen an ausgewählten Orten darüber, warum die Siedlung an dieser Stelle gebaut wurde, welche Politiker sie bewohnten und wer sie versorgte. Auch das Ende der Waldsiedlung im Zuge der friedlichen Revolution 1989 und die neue Nutzung als Reha-Einrichtung werden thematisiert. Neben den kurz gehaltenen Texten auf den Tafeln haben Interessierte die Möglichkeit über eingebettete QR-Codes weitere Informationen im Internet aufzurufen. Eine Ausweitung des Orientierungsangebotes sowie der Aufbau eines Besucherzentrums sind angedacht. Das ZZF hat in diesem Projekt mit den Gemeinden Bernau und Wandlitz sowie mit der Brandenburg-Klinik kooperiert.

Leitung am ZZF: Jürgen Danyel, Bearbeiterin: Elke Kimmel

 

Ausstellung „Waldsiedlung Wandlitz. Eine Landschaft der Macht“ (2016)

Im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen der Gemeinde Wandlitz und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam wurde im Barnim Panorama eine die Ausstellung „Waldsiedlung Wandlitz“ zur Geschichte der SED-Machtelite in Wandlitz und seiner Umgebung konzipiert und erarbeitet. Die Ausstellung liefert von Mai bis Oktober 2016 einen Überblick über die Geschichte der 1958 errichteten und bis 1990 genutzten Wohnsiedlung der SED-Spitzenfunktionäre. Die Ausstellung zeigte Objekte, Dokumente und Fotos und bezog die großflächige, begehbare Landkarte des Museums sowie die Infoterminals und den Multitouchtisch der Dauerausstellung Barnim Panorama mit ein. Zusätzlich wurden außerhalb des Barnim Panoramas – als Erweiterung in die Landschaft – in der Waldsiedlung  Informations- und Orientierungstafeln aufgebaut.
Eine Publikation vertieft die Inhalte: Jürgen Danyel/Elke Kimmel: Waldsiedlung Wandlitz. Eine Landschaft der Macht, Berlin 2016.

Mitarbeit am ZZF: Dr. Jürgen Danyel, Dr. Irmgard Zündorf

Zur Übersicht der Medienberichterstattung über das Ausstellungsprojekt

 

Ausstellung „Alltag Einheit. Portrait einer Übergangsgesellschaft“ (2015/2016)

In Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum erarbeitete das ZZF die Ausstellung „Alltag Einheit. Portrait einer Übergangsgesellschaft“ und einen gleichnamigen Katalog. Vom Wandel der Sprache über die dramatischen Veränderungen der Arbeitswelt, vom Konsum über die wechselseitige Wahrnehmung von Ost-und Westdeutschen bis hin zum kulturellen Aufbruch nach dem Mauerfall liefert die Ausstellung Einblicke in die Alltags-, Kultur- und Erfahrungswelt der deutsch-deutschen Übergangsgesellschaft in der ersten Hälfte der 1990er Jahre. Die Ausstellung wurde im Mai 2015 eröffnet und endet nach einer Verlängerung im Februar 2016.

Leitung am ZZF: Dr. Jürgen Danyel, Mitarbeit am ZZF: Dr. Irmgard Zündorf

 

Twitter-Projekt: @Mauerfall89
(
Laufzeit 2013/2014)

Anlässlich des 25. Jahrestages des Mauerfalls starteten das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BStU) und BILD das gemeinsame Twitter-Projekt „Heute vor 25 Jahren" - @Mauerfall89. Vom 19. August bis zum 12. November 2014 erzählten die Tweets – wo immer möglich in Echtzeit – die atemberaubenden Ereignisse auf dem Weg zur friedlichen Revolution und zum Mauerfall 1989: von der massenhaften Ausreise von DDR-Bürgern und den Problemen der Diplomaten in den überfüllten Botschaften über die anschwellenden Bürgerproteste und Demonstrationen in der DDR, die immer hektischeren Meldungen der Stasi, den bevorstehenden Staatsbankrott der DDR und das zunehmende Chaos in der SED-Führung bis hin zum Super-GAU in der Geschichte der Pressekonferenzen am 9. November 1989, der Nacht des Mauerdurchbruchs und den beiden Tagen danach.

Projekt-Verantwortlicher am ZZF: Dr. Hans-Hermann Hertle

Mehr Informationen zum Twitter-Projekt und Übersicht über die Nutzungsbilanz
 

Gedenkstätte Lindenstraße für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert
Forschungs- und Ausstellungsprojekt des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam, des Potsdam Museums und der Landeshauptstadt Potsdam – Gedenkstätte Lindenstraße
(Laufzeit: 2007 - 2013)

Mitten im Potsdamer Stadtzentrum gelegen, ist die Gedenkstätte Lindenstraße ein einzigartiger Erinnerungsort. Mit ihrer Geschichte im Nationalsozialismus sowie in der Sowjetischen Besatzungszone und DDR steht sie für politische Verfolgung und Gewalt während der unterschiedlichen Diktaturen des 20. Jahrhunderts in Deutschland – und zugleich für die Überwindung der SED-Diktatur und den Sieg der Demokratie in der friedlichen Revolution 1989/90.
Die heute zu besichtigende Dauerausstellung in der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße wurde in einzelnen Schritten von 2007 bis 2013 von ZZF Potsdam und Potsdam Museum mit Projektmitteln erarbeitet und realisiert. Gefördert wurden diese Vorhaben maßgeblich durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch die Europäische Union, Kulturland Brandenburg, die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, die Fördergemeinschaft „Lindenstraße 54/55“ und den Verein der Förderer und Freunde des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V.

Leitung der Projekte am ZZF: Prof. Dr. Thomas Schaarschmidt / Dr. Hans-Hermann Hertle
Ausstellungs-Kuratorin: Gabriele Schnell (Gedenkstätte Lindenstraße)
Ausstelluns-Gestaltung: Stefan Charné, Inga Falkenberg, Björn Gripinski (Designbüro freybeuter, Potsdam)

Zur Übersicht der Projekt-Publikationen

 

Dauerausstellung in der Gedenkstätte Seelower Höhen

Die neue Dauerausstellung in der Gedenkstätte Seelower Höhen informiert über die Kämpfe westlich der Oder am Ende des Zweiten Weltkriegs und die Geschichte des Erinnerungsortes seit 1945. Sie wurde am 15. Dezember 2012 feierlich von Ministerpräsident Matthias Platzeck eröffnet. Im Rahmen des wissenschaftlichen Beirats wurde die Ausstellungsausarbeitung vom ZZF durch Dr. Jürgen Danyel und Dr. Irmgard Zündorf begleitet.

 

Ausstellung "Abschied von Ikarus. Bildwelten der DDR – neu gesehen“

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt "Bildatlas: Kunst in der DDR" hat 2012 die Ergebnisse seiner dreijährigen Forschungs- und Erschließungsarbeit in der Ausstellung "Abschied von Ikarus. Bildwelten der DDR – neu gesehen" (siehe Foto) in der Weimarer Kunsthalle präsentiert. Im Rahmen der Ausstellung und auf einer begleitenden Website wird mit einem Auszug die von der Projektgruppe am ZZF Potsdam entwickelte Bilddatenbank vorgestellt, mit der die Kunstbestände von 165 Museen, Sammlungen, Galerien, Sonderdepots und Unternehmen von den am Projekt beteiligten Partnern erschlossen wurden.

Mitarbeit am ZZF: Dr. Jürgen Danyel, Anja Tack, Anna Littke

 

Dauerausstellung: „DDR Alltag“ im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt

Im Februar 2012 wurde die neue Daueraustellung im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt eröffnet.

Mitarbeit am ZZF: Dr. Irmgard Zündorf

 

Ausstellung „Route der Migration“

Im Oktober und November 2011 wurde am Bespiel Berlin über die Geschichte der Migration in Form von Containerausstellungen informiert. Das Kooperationsprojekt wurde zum 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei maßgeblich vom Netzwerk Migration e.V einer Plattform von Wissenschaftlern und Praktikern im Themenfeld Migration und Integration umgesetzt. Das ZZF war gemeinsam mit dem Studiengang Public History an der Freien Universität Berlin Kooperationspartner.

Mitarbeit am ZZF: Dr. Irmgard Zündorf

 

Dauerausstellung: „Die Pankower Machthaber“

2009 wurde die Ausstellung „Die Pankower Machthaber“, in den Torhäusern von Schloss Schönhausen in Berlin eröffnet. Die Ausstellung wurde vom ZZF erarbeitet und durch die Stiftung Aufarbeitung finanziert.

Mitarbeit am ZZF: Dr. Jürgen Danyel, Anja Tack, Dr. Irmgard Zündorf

 

Dauerausstellung: Freundwärts – Feindwärts. Die deutsche-deutsche Grenzübergangsstelle Drewitz-Dreilinden

Gemeinsam mit dem Verein Checkpoint Bravo wurde 2009 die Ausstellung „Freundwärts – Feindwärts. Die deutsche-deutsche Grenzübergangsstelle Drewitz-Dreilinden“ am und im ehemaligen Kommandantenturm in Drewitz/Dreilinden eröffnet.

Mitarbeit am ZZF: Dr. Irmgard Zündorf

Public History