Das ZZF trauert um Alf Lüdtke

05.02.2019

 

Mit dem Tod von Alf Lüdtke (18.10.1943 – 29.1.2019) verliert die deutsche Geschichtswissenschaft den Pionier der Alltagsgeschichte und einen ihrer international anerkanntesten und einflussreichsten Köpfe. Dem ZZF Potsdam war Alf Lüdtke seit den 1990er-Jahren eng verbunden, als er die Abteilung „Herrschaft und Eigen-Sinn in der Diktatur“ kritisch begleitete. Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb er ein häufiger Gast am Hause, der insbesondere die Arbeiten zur historischen Kommunismusforschung durch seine Präsenz bereicherte. In den Diskussionen der internationalen Forschungsprojekte Sozialismus als Sinnwelt und Physical Violence in Late Socialism spielte Alf Lüdtke, der stets über Deutschland hinausdachte und sich nach der Zäsur von 1989/91 auch für die Geschichte Osteuropas interessierte, eine herausragende Rolle. Von ihm geprägte Begriffe wie "Herrschaft als soziale Praxis", "physische Gewalt", "Alltag" und "Eigen-Sinn" wurden am ZZF aufgenommen und weiterentwickelt. Es war seit den 2000er-Jahren ein Anliegen des ZZF, die alltagshistorischen Ansätze Lüdtkes auch im Osten Europas zugänglich zu machen. 2006 und 2018 erschienen in diesem Rahmen alltagshistorische Sammelbände auf Polnisch, 2014 auf Russisch. 

Alf Lüdtke war mehr als ein inspirierender Kollege; für viele am ZZF war er ein fördernder Freund und Kritiker, mit dem es sich lohnte, auch nach Ende eines Workshops noch weiter zu diskutieren. Für seine Freundlichkeit und Herzlichkeit im Umgang, für freies Denken jenseits von Status und Hierarchie wird er erinnert werden. 

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Das ZZF trauert um Alf Lüdtke

05.02.2019

 

Mit dem Tod von Alf Lüdtke (18.10.1943 – 29.1.2019) verliert die deutsche Geschichtswissenschaft den Pionier der Alltagsgeschichte und einen ihrer international anerkanntesten und einflussreichsten Köpfe. Dem ZZF Potsdam war Alf Lüdtke seit den 1990er-Jahren eng verbunden, als er die Abteilung „Herrschaft und Eigen-Sinn in der Diktatur“ kritisch begleitete. Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb er ein häufiger Gast am Hause, der insbesondere die Arbeiten zur historischen Kommunismusforschung durch seine Präsenz bereicherte. In den Diskussionen der internationalen Forschungsprojekte Sozialismus als Sinnwelt und Physical Violence in Late Socialism spielte Alf Lüdtke, der stets über Deutschland hinausdachte und sich nach der Zäsur von 1989/91 auch für die Geschichte Osteuropas interessierte, eine herausragende Rolle. Von ihm geprägte Begriffe wie "Herrschaft als soziale Praxis", "physische Gewalt", "Alltag" und "Eigen-Sinn" wurden am ZZF aufgenommen und weiterentwickelt. Es war seit den 2000er-Jahren ein Anliegen des ZZF, die alltagshistorischen Ansätze Lüdtkes auch im Osten Europas zugänglich zu machen. 2006 und 2018 erschienen in diesem Rahmen alltagshistorische Sammelbände auf Polnisch, 2014 auf Russisch. 

Alf Lüdtke war mehr als ein inspirierender Kollege; für viele am ZZF war er ein fördernder Freund und Kritiker, mit dem es sich lohnte, auch nach Ende eines Workshops noch weiter zu diskutieren. Für seine Freundlichkeit und Herzlichkeit im Umgang, für freies Denken jenseits von Status und Hierarchie wird er erinnert werden. 

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