Annelie Ramsbrock an der Humboldt-Universität zu Berlin habilitiert

16.07.2020

Annelie Ramsbrock hat am 15. Juli 2020 ihr Habilitationsverfahren an der Philosophischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin erfolgreich abgeschlossen. Thema des Habilitationskolloquiums war: „Blinde und ihre Begleiter. Zur Karriere des ‚Führhundes‘ im 19. und frühen 20. Jahrhundert“.

Annelie Ramsbrock spricht im Habilkolloquium am 15. Juli 2020 per Zoom (Sceenshot: Frank Bösch)

Zuvor war ihre Habilitationsschrift „Geschlossene Gesellschaft. Reform und Resozialisierung in westdeutschen Gefängnissen, 1945-1985“ vom Rat der Philosophischen Fakultät einstimmig angenommen worden. Als Buch ist die Arbeit in gekürzter Fassung bei S. Fischer erschienen.

Annelie Ramsbrock, Geschlossene Gesellschaft. Das Gefängnis als Sozialversuch – eine bundesdeutsche Geschichte, Frankfurt/Main (S. Fischer Verlag) 2020.

Das Gefängnis beschneidet die persönliche Freiheit, das höchste Gut in der Demokratie. Annelie Ramsbrock erzählt in ihrer Studie, wie der westdeutsche Staat dieses Dilemma zu lösen versuchte. Denn nach der Erfahrung des Nationalsozialismus war die Bundesrepublik mehr als andere westliche Staaten mit der Aufgabe konfrontiert, sensibel mit staatlich verordneter Unfreiheit umzugehen. Die neuen politischen und sozialen Ideale sollten auch hinter Gittern spürbar werden, der Alltag in der Haft dem in Freiheit so weit wie möglich entsprechen. Arbeitsangebote, Freizeitformen und Lebensweisen wurden deshalb auch für Strafgefangene neu gedacht. Die Lebenswirklichkeit der Insassen allerdings sah anders aus. Annelie Ramsbrock schildert in Nahaufnahme, wie Gefangene die Reformen erlebten und warum die Resozialisierung bis heute nicht gelingen konnte. Sie scheiterte an der geschlossenen Gesellschaft.

 

 

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Annelie Ramsbrock an der Humboldt-Universität zu Berlin habilitiert

16.07.2020

Annelie Ramsbrock hat am 15. Juli 2020 ihr Habilitationsverfahren an der Philosophischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin erfolgreich abgeschlossen. Thema des Habilitationskolloquiums war: „Blinde und ihre Begleiter. Zur Karriere des ‚Führhundes‘ im 19. und frühen 20. Jahrhundert“.

Annelie Ramsbrock spricht im Habilkolloquium am 15. Juli 2020 per Zoom (Sceenshot: Frank Bösch)

Zuvor war ihre Habilitationsschrift „Geschlossene Gesellschaft. Reform und Resozialisierung in westdeutschen Gefängnissen, 1945-1985“ vom Rat der Philosophischen Fakultät einstimmig angenommen worden. Als Buch ist die Arbeit in gekürzter Fassung bei S. Fischer erschienen.

Annelie Ramsbrock, Geschlossene Gesellschaft. Das Gefängnis als Sozialversuch – eine bundesdeutsche Geschichte, Frankfurt/Main (S. Fischer Verlag) 2020.

Das Gefängnis beschneidet die persönliche Freiheit, das höchste Gut in der Demokratie. Annelie Ramsbrock erzählt in ihrer Studie, wie der westdeutsche Staat dieses Dilemma zu lösen versuchte. Denn nach der Erfahrung des Nationalsozialismus war die Bundesrepublik mehr als andere westliche Staaten mit der Aufgabe konfrontiert, sensibel mit staatlich verordneter Unfreiheit umzugehen. Die neuen politischen und sozialen Ideale sollten auch hinter Gittern spürbar werden, der Alltag in der Haft dem in Freiheit so weit wie möglich entsprechen. Arbeitsangebote, Freizeitformen und Lebensweisen wurden deshalb auch für Strafgefangene neu gedacht. Die Lebenswirklichkeit der Insassen allerdings sah anders aus. Annelie Ramsbrock schildert in Nahaufnahme, wie Gefangene die Reformen erlebten und warum die Resozialisierung bis heute nicht gelingen konnte. Sie scheiterte an der geschlossenen Gesellschaft.

 

 

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