Anja Schröter schließt Dissertation zum Thema „Rechtskultur in Ostdeutschland – Ehescheidungspraxis 1980-2000" ab

12.09.2017

Anja Schröter hat am 7. September 2017 ihre Dissertation „Rechtskultur in Ostdeutschland – Ehescheidungspraxis zwischen gesellschaftlichen Prägungen und rechtlichen Rahmenbedingungen, 1980 bis 2000“ am Historischen Institut der Universität Potsdam mit dem Gesamtergebnis "summa cum laude" verteidigt. Damit ist die erste Dissertation zum Forschungsthema "Lange Geschichte der Wende" in der Abteilung "Kommunismus und Gesellschaft" des ZZF mit einer methodisch innovativen und thematisch originellen Fragestellung abgeschlossen worden.
Die Studie verklammert den bisher in separaten Forschungskontexten analysierten Übergang von der staats- zur postsozialistischen Gesellschaft und ermöglicht es, längerfristige soziokulturelle Entwicklungen in den Blick zu nehmen. Anhand der Ehescheidungspraxis wird deutlich, dass bereits vor dem grundstürzenden Umbruch von 1989/90 Veränderungen in der ostdeutschen Gesellschaft einsetzten. Gleichzeitig zeigen die Befunde, wie sich im sozialistischen Gesellschaftssystem entstandene Prägungen auf die ostdeutsche Ehescheidungspraxis unter bundesrepublikanischen Rahmenbedingungen in den 1990er Jahren nachhaltig auswirkten. Mit der deutschen Einheit wurde nicht lediglich das westdeutsche System auf den Osten übertragen, sondern innerhalb dieses äußerlich einheitlichen Gefüges entstand eine eigene Scheidungsrechtskultur, die die Vereinigungsgesellschaft mitprägte.

Anja Schröters Dissertation wurde von Prof. Dr. Thomas Lindenberger (ZZF/Universität Potsdam) und Prof. Dr. Christiane Kuller (Universität Erfurt) betreut. Gefördert wurde sie durch Stipendien der Friedrich‐Naumann‐Stiftung und des ZZF Potsdam. Schröter ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung I "Kommunismus und Gesellschaft". Die Buchfassung der Dissertation wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 im Ch. Links Verlag in der ZZF-Publikationsreihe „Kommunismus und Gesellschaft“ (hrsg. von Jens Gieseke, Thomas Lindenberger und Martin Sabrow) erscheinen.

 

 

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