Kooperationsprojekte des Studiengangs Public History

»Stumme Zeugnisse 1939 - Der deutsche Überfall auf Polen in Bildern und Dokumenten«

Am 1. September 2019 jährt sich der deutsche Überfall auf Polen zum 80. Mal. Das Datum markiert den Beginn des Zweiten Weltkrieges in Europa. Sowohl in der polnischen Bevölkerung als auch unter den deutschen Soldaten gab es viele, die ihre Erfahrungen und Kriegserlebnisse festhielten – in Form von Fotos, Briefen und Tagebucheinträgen. Diese Zeugnisse sind heute wichtige Dokumente der Zeitgeschichte und dokumentieren einen verbrecherischen Krieg. Ziel des Projekts ist es, die öffentliche Auseinandersetzung mit familienbiografischen Zeugnissen zum Zweiten Weltkrieg aus deutscher und polnischer Perspektive zu fördern. Dazu sollen Fotos, Briefe und Tagebücher aus Privatbesitz, die den deutschen Überfall auf Polen dokumentieren, gesammelt und ein Teil des Materials soll digitalisiert, historisch eingeordnet und der Öffentlichkeit in einer Online-Ausstellung zugänglich gemacht werden.
Zum Sammelaufruf

Die Vernissage findet am 1. September 2019 im Zeughauskino des DHM Berlin statt.

Projektverantwortliche am ZZF Potsdam: Dr. Irmgard Zündorf


Werkstattausstellung „Jugend, Protest und Spionage in Werder (Havel) 1949-1953

Von Oktober 2018 bis Juli 2019 erarbeiteten Studierende des Masterstudiengangs Public History zusammen mit der Kuratorin Amélie zu Eulenburg von der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße eine Werkstattausstellung über Jugendprotest und Verfolgung in der frühen DDR. In der Ausstellung werden die Hintergründe der Verhaftungen von sieben jungen Frauen und Männern aus Werder (Havel) beleuchtet. Sie wurden 1952 unter dem Vorwurf „Spionage“ von einem Sowjetischen Militärtribunal im Gefängnis Lindenstraße 54/55 zu Haftstrafen in Höhe von zehn bis 25 Jahre oder zum Tode verurteilt. Im Fokus der Präsentation stehen die Biografien der Schüler*innen, Student*innen und Lehrlinge sowie ihre Motive des Widerstandes gegen die sowjetischen Besatzer und die DDR. Darüber hinaus wird das Vorgehen der Verfolgungsbehörden erläutert und die Bedeutung der Gruppe für die lokale Erinnerungskultur in Potsdam, Werder (Havel) und Brandenburg skizziert.

Die Ausstellung wird vom 11. Juli bis zum 29. September 2019 in der Gedenkstätte Lindenstraße gezeigt. 
Lesen Sie hier den Bericht von Carolin Kulling über die Ausstellungseröffnung.

Studentische Mitarbeiter*innen: Silia Fitschen, Michaela Hoffmann, Naomi Koch, Arvid Peschel, Hendrik Wehling, Jonathan Welker


Kooperationsprojekt zwischen der Freien Universität Berlin und dem Lernort Keibelstraße

Seit Mai 2019 erarbeiten Studierende des Masterstudiengangs Public History der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem Lernort Keibelstraße drei Module für das pädagogische Programm des Lernortes.
Die Studierenden recherchieren Material und konzipieren auf dieser Basis Lernwerkstätten, die anschließend für die Bildungsarbeit des Lernortes genutzt werden sollen. Der inhaltliche Fokus liegt auf der Geschichte des Gefängnis Keibelstraße in Verbindung zur Reaktion von DDR-Bürger*innen auf den Einmarsch in die ČSSR 1968, zur Kriminalisierung und Verfolgung von Menschen mit sogenannten „abweichenden Sexualitäten“ sowie zur Verhaftung von Fans des Fußballklubs Union Berlin.

Von Oktober 1951 bis Sommer 1990 befand sich im damaligen Präsidium der Volkspolizei die Untersuchungshaftanstalt Keibelstraße (UHA Berlin-Mitte, später UHA II). Hier saßen vor allem Untersuchungshäftlinge ein, oft nur für einige Stunden, manchmal aber auch über mehrere Tage oder sogar für einige Monate. Außerdem waren bereits verurteilte Strafgefangene inhaftiert, die mitunter nur zeitweise in die UHA Keibelstraße verlegt wurden oder nur kurze Strafen abzusitzen hatten.

In dem im Februar 2019 eröffneten Lernort Keibelstraße werden sowohl die Geschichte der Untersuchungshaftanstalt und die Haftbedingungen präsentiert als auch die Haftgründe anhand verschiedener Fallbeispiele erläutert. An den Haftgründen setzt das Projekt der Studierenden an und untersucht konkret, warum einzelne Personen als Gefahr für die Gesellschaft der DDR betrachtet wurden.
Die Ergebnisse des Projektes werden im Januar 2020 dem Lernort übergeben.

Projektteam: Karolína Bukovská, Lucas Frings, Jona Schapira
Projektleitung: Birgit Marzinka (Lernort Keibelstraße), Irmgard Zündorf (ZZF Potsdam)
Kontakt: zuendorf [at] zzf-potsdam.de

Der Lernort Keibelstraße ist Kooperationspartner des ZZF: www.keibelstrasse.de


Deutsche Medienberichterstattung über den Eichmann-Prozess

Die Berichterstattung über den Eichmann-Prozess in Jerusalem 1961 gilt als eines der ersten internationalen Medienereignisse. Sie diente nicht nur dazu, die nationalsozialistische Vernichtungspolitik einer breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen, sondern stand auch ganz im Zeichen des Kalten Krieges. Als solche instrumentalisierte sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch die DDR die Verhandlung, um den jeweils anderen deutschen Staat zu diskreditieren. Im Rahmen des geplanten Projekts sollen auf einer DVD zeitgenössische Videoausschnitte, Tondokumente sowie Zeitungsartikel zusammengetragen, kommentiert und so der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Der zum Zeitpunkt des Prozesses 55-jährige Adolf Eichmann stand als Leiter des Referats IV B 4 des Reichssicherheitshauptamtes 1961 in Israel vor Gericht, da er während der Zeit des Nationalsozialismus vor allem die Deportationen der europäischen Jüdinnen und Juden in die Ghettos, Arbeitslager und Vernichtungsorte geplant und beaufsichtigt hatte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges floh Eichmann 1946 aus der US-Haft und lebte für einige Jahre als Holzarbeiter in der Lüneburger Heide. Unter dem Namen Ricardo Klement gelang ihm 1950 die Flucht nach Argentinien, wo er sich für die nächsten zehn Jahre niederließ. Im Mai 1960 wurde er vom israelischen Geheimdienst Mossad nach Israel entführt und knapp ein Jahr später dort vor Gericht gestellt. Bis zur Verkündung seines Todesurteils am 15. Dezember 1961 „wurden mehr als einhundert Zeugen gehört und über 1500 belastende Dokumente vorgelegt“.[IZ1] 

Der Prozess gegen den berüchtigten „Schreibtischtäter“ Adolf Eichmann erregte weltweites Aufsehen. Journalist*innen, Fernseh- und Hörfunkkorrespondent*innen aus aller Welt verfolgten direkt im Gerichtssaal den Prozess. Um die Verhandlung zu dokumentieren, erhielt die US-amerikanische Produktionsfirma Capital Cities die exklusive Drehgenehmigung im Gerichtssaal. Die von Capital Cities verwendeten Videos ermöglichten es, die Aufnahmen noch am gleichen Tag zu verschicken. Das Bildmaterial vom Gerichtssaal aus Jerusalem wurde in über 38 Ländern ausgestrahlt. Meist wurden die Aufnahmen in größere Dokumentationen oder Nachrichtensendungen eingebunden. Auch die beiden deutschen Länder berichteten in verschiedenen Medien regelmäßig über den Eichmann-Prozess. Welche Aufnahmen wurden für die Berichterstattung ausgewählt, wie wurden sie kommentiert und kontextualisiert und wie wurden sie schließlich benutzt, um auf das jeweils andere Deutschland einzugehen?

Im Rahmen des Projekts werden ost- und westdeutsche Printmedien, Beiträge aus Nachrichtensendungen sowie Spiel- und Dokumentarfilme aus den Jahren 1961-1962 ausgewertet, Material für die DVD ausgewählt und Hintergrundinformationen zusammengestellt.

Projektleitung: Dr. Irmgard Zündorf (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und Dr. Judith Keilbach (Universität Utrecht)
Projektbearbeiterinnen: Tabea Georges, Linda Graul, Anna Kokenge, Vivien Püschel und Laura Zimmermann (Studentinnen des Public History Masterprogramms der Freien Universität Berlin und des ZZF)


Public History

Kooperationsprojekte des Studiengangs Public History

»Stumme Zeugnisse 1939 - Der deutsche Überfall auf Polen in Bildern und Dokumenten«

Am 1. September 2019 jährt sich der deutsche Überfall auf Polen zum 80. Mal. Das Datum markiert den Beginn des Zweiten Weltkrieges in Europa. Sowohl in der polnischen Bevölkerung als auch unter den deutschen Soldaten gab es viele, die ihre Erfahrungen und Kriegserlebnisse festhielten – in Form von Fotos, Briefen und Tagebucheinträgen. Diese Zeugnisse sind heute wichtige Dokumente der Zeitgeschichte und dokumentieren einen verbrecherischen Krieg. Ziel des Projekts ist es, die öffentliche Auseinandersetzung mit familienbiografischen Zeugnissen zum Zweiten Weltkrieg aus deutscher und polnischer Perspektive zu fördern. Dazu sollen Fotos, Briefe und Tagebücher aus Privatbesitz, die den deutschen Überfall auf Polen dokumentieren, gesammelt und ein Teil des Materials soll digitalisiert, historisch eingeordnet und der Öffentlichkeit in einer Online-Ausstellung zugänglich gemacht werden.
Zum Sammelaufruf

Die Vernissage findet am 1. September 2019 im Zeughauskino des DHM Berlin statt.

Projektverantwortliche am ZZF Potsdam: Dr. Irmgard Zündorf


Werkstattausstellung „Jugend, Protest und Spionage in Werder (Havel) 1949-1953

Von Oktober 2018 bis Juli 2019 erarbeiteten Studierende des Masterstudiengangs Public History zusammen mit der Kuratorin Amélie zu Eulenburg von der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße eine Werkstattausstellung über Jugendprotest und Verfolgung in der frühen DDR. In der Ausstellung werden die Hintergründe der Verhaftungen von sieben jungen Frauen und Männern aus Werder (Havel) beleuchtet. Sie wurden 1952 unter dem Vorwurf „Spionage“ von einem Sowjetischen Militärtribunal im Gefängnis Lindenstraße 54/55 zu Haftstrafen in Höhe von zehn bis 25 Jahre oder zum Tode verurteilt. Im Fokus der Präsentation stehen die Biografien der Schüler*innen, Student*innen und Lehrlinge sowie ihre Motive des Widerstandes gegen die sowjetischen Besatzer und die DDR. Darüber hinaus wird das Vorgehen der Verfolgungsbehörden erläutert und die Bedeutung der Gruppe für die lokale Erinnerungskultur in Potsdam, Werder (Havel) und Brandenburg skizziert.

Die Ausstellung wird vom 11. Juli bis zum 29. September 2019 in der Gedenkstätte Lindenstraße gezeigt. 
Lesen Sie hier den Bericht von Carolin Kulling über die Ausstellungseröffnung.

Studentische Mitarbeiter*innen: Silia Fitschen, Michaela Hoffmann, Naomi Koch, Arvid Peschel, Hendrik Wehling, Jonathan Welker


Kooperationsprojekt zwischen der Freien Universität Berlin und dem Lernort Keibelstraße

Seit Mai 2019 erarbeiten Studierende des Masterstudiengangs Public History der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem Lernort Keibelstraße drei Module für das pädagogische Programm des Lernortes.
Die Studierenden recherchieren Material und konzipieren auf dieser Basis Lernwerkstätten, die anschließend für die Bildungsarbeit des Lernortes genutzt werden sollen. Der inhaltliche Fokus liegt auf der Geschichte des Gefängnis Keibelstraße in Verbindung zur Reaktion von DDR-Bürger*innen auf den Einmarsch in die ČSSR 1968, zur Kriminalisierung und Verfolgung von Menschen mit sogenannten „abweichenden Sexualitäten“ sowie zur Verhaftung von Fans des Fußballklubs Union Berlin.

Von Oktober 1951 bis Sommer 1990 befand sich im damaligen Präsidium der Volkspolizei die Untersuchungshaftanstalt Keibelstraße (UHA Berlin-Mitte, später UHA II). Hier saßen vor allem Untersuchungshäftlinge ein, oft nur für einige Stunden, manchmal aber auch über mehrere Tage oder sogar für einige Monate. Außerdem waren bereits verurteilte Strafgefangene inhaftiert, die mitunter nur zeitweise in die UHA Keibelstraße verlegt wurden oder nur kurze Strafen abzusitzen hatten.

In dem im Februar 2019 eröffneten Lernort Keibelstraße werden sowohl die Geschichte der Untersuchungshaftanstalt und die Haftbedingungen präsentiert als auch die Haftgründe anhand verschiedener Fallbeispiele erläutert. An den Haftgründen setzt das Projekt der Studierenden an und untersucht konkret, warum einzelne Personen als Gefahr für die Gesellschaft der DDR betrachtet wurden.
Die Ergebnisse des Projektes werden im Januar 2020 dem Lernort übergeben.

Projektteam: Karolína Bukovská, Lucas Frings, Jona Schapira
Projektleitung: Birgit Marzinka (Lernort Keibelstraße), Irmgard Zündorf (ZZF Potsdam)
Kontakt: zuendorf [at] zzf-potsdam.de

Der Lernort Keibelstraße ist Kooperationspartner des ZZF: www.keibelstrasse.de


Deutsche Medienberichterstattung über den Eichmann-Prozess

Die Berichterstattung über den Eichmann-Prozess in Jerusalem 1961 gilt als eines der ersten internationalen Medienereignisse. Sie diente nicht nur dazu, die nationalsozialistische Vernichtungspolitik einer breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen, sondern stand auch ganz im Zeichen des Kalten Krieges. Als solche instrumentalisierte sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch die DDR die Verhandlung, um den jeweils anderen deutschen Staat zu diskreditieren. Im Rahmen des geplanten Projekts sollen auf einer DVD zeitgenössische Videoausschnitte, Tondokumente sowie Zeitungsartikel zusammengetragen, kommentiert und so der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Der zum Zeitpunkt des Prozesses 55-jährige Adolf Eichmann stand als Leiter des Referats IV B 4 des Reichssicherheitshauptamtes 1961 in Israel vor Gericht, da er während der Zeit des Nationalsozialismus vor allem die Deportationen der europäischen Jüdinnen und Juden in die Ghettos, Arbeitslager und Vernichtungsorte geplant und beaufsichtigt hatte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges floh Eichmann 1946 aus der US-Haft und lebte für einige Jahre als Holzarbeiter in der Lüneburger Heide. Unter dem Namen Ricardo Klement gelang ihm 1950 die Flucht nach Argentinien, wo er sich für die nächsten zehn Jahre niederließ. Im Mai 1960 wurde er vom israelischen Geheimdienst Mossad nach Israel entführt und knapp ein Jahr später dort vor Gericht gestellt. Bis zur Verkündung seines Todesurteils am 15. Dezember 1961 „wurden mehr als einhundert Zeugen gehört und über 1500 belastende Dokumente vorgelegt“.[IZ1] 

Der Prozess gegen den berüchtigten „Schreibtischtäter“ Adolf Eichmann erregte weltweites Aufsehen. Journalist*innen, Fernseh- und Hörfunkkorrespondent*innen aus aller Welt verfolgten direkt im Gerichtssaal den Prozess. Um die Verhandlung zu dokumentieren, erhielt die US-amerikanische Produktionsfirma Capital Cities die exklusive Drehgenehmigung im Gerichtssaal. Die von Capital Cities verwendeten Videos ermöglichten es, die Aufnahmen noch am gleichen Tag zu verschicken. Das Bildmaterial vom Gerichtssaal aus Jerusalem wurde in über 38 Ländern ausgestrahlt. Meist wurden die Aufnahmen in größere Dokumentationen oder Nachrichtensendungen eingebunden. Auch die beiden deutschen Länder berichteten in verschiedenen Medien regelmäßig über den Eichmann-Prozess. Welche Aufnahmen wurden für die Berichterstattung ausgewählt, wie wurden sie kommentiert und kontextualisiert und wie wurden sie schließlich benutzt, um auf das jeweils andere Deutschland einzugehen?

Im Rahmen des Projekts werden ost- und westdeutsche Printmedien, Beiträge aus Nachrichtensendungen sowie Spiel- und Dokumentarfilme aus den Jahren 1961-1962 ausgewertet, Material für die DVD ausgewählt und Hintergrundinformationen zusammengestellt.

Projektleitung: Dr. Irmgard Zündorf (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und Dr. Judith Keilbach (Universität Utrecht)
Projektbearbeiterinnen: Tabea Georges, Linda Graul, Anna Kokenge, Vivien Püschel und Laura Zimmermann (Studentinnen des Public History Masterprogramms der Freien Universität Berlin und des ZZF)


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