Wunschbilder für eine Stadt

Siedlungs- und Wohnungsbau in Potsdam während Nationalsozialismus und DDR

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Die interdisziplinäre Arbeit zur Stadtgeschichte Potsdams widmet sich der Frage, inwiefern die seit dem 17. Jahrhundert entstandene Potsdamer Kulturlandschaft mit ihren Schlössern, Prachtfassaden und Seen auch während des Nationalsozialismus‘ und der DDR als prägende Prämisse für Architektur und Städtebau wirkte: In welchem Verhältnis stehen die konkreten baulichen Aktivitäten zum historischen Erbe? Die Untersuchung zu einer Auswahl von Siedlungs- und Wohnungsbauten sowie deren Freiflächengestaltung in der früheren Garnison- und Residenzstadt belegt, dass die über Jahrhunderte generierte Potsdamer Kulturlandschaft auch während der beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts von spürbarem Einfluss war. Mit den Methoden der Architektur- und Zeitgeschichte werden eine Reihe von bemerkenswerten Siedlungs- und Wohnungsbauten hinsichtlich ihrer Architektur, städtebaulichen Einbindung und Planungsgeschichte behandelt. Die Untersuchung zeigt als u.a. als Ergebnis, dass überlieferte traditionelle Modi des Umgangs mit Stadt auch während der DDR angewandt wurden, jenseits des bislang dominierenden Narrativs der Zerstörung. In der Analyse der Planungszusammenhänge sowie ausführlichen Deutung der entstandenen Bauten und Stadträume wird deutlich, dass zwei Stränge besonders prägend waren: Einerseits die lokalen barocken Bautraditionen in Bezug auf Architektur und Städtebau und andererseits die gleichfalls tradierte landschaftliche Ausrichtung von Wohngebäuden zum Wasser.

Edda Campen   Kunstgeschichte - Architekturgeschichte - Zeitgeschichte

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