Weißt du, daß da Krieg ist...“. Raum, Gewalt und Geschlecht in Nordirland und der Bundesrepublik Deutschland 1945 – 1985

Beginn des Projektes: September 2019

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Der Nordirlandkonflikt ab Ende der 1960er Jahre war mehr als ein nur lokal ausgetragener Machtkampf um die staatliche Verfasstheit der Region. Die „Troubles“ entwickelten sich zu einer modernen bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzung im Westen Europas, die nicht nur unter der Beobachtung der Nachbarstaaten stand, sondern sie in verschiedener Weise selbst involvierte. Anschläge auf britische Soldaten außerhalb Nordirlands trugen den Konflikt bis nach Westfalen, wo die Britische Rheinarmee in einem eigens angefertigten „irischen Kampfdorf“ für den Einsatz in Belfast ausgebildet wurde. Deutsche Firmen in Nordirland sorgten sich nach der spektakulären Entführung und Ermordung des Managers Thomas Niedermayer um ihre Angestellten vor Ort. Zeitgleich reisten zahlreiche Akteur*innen aus der bundesdeutschen Medienlandschaft, Politik und Zivilgesellschaft regelmäßig nach Nordirland, um über die dortigen Ereignisse zu berichten, politische Netzwerke zu knüpfen oder sich als Freiwillige in Friedens- und Umweltzentren oder Frauenhäusern zu engagieren.

Von solchen Beobachtungen ausgehend begreift das Dissertationsprojekt die Ereignisse in Nordirland als ein transnationales Konfliktgeschehen und untersucht die verschiedenen, bislang meist unbeachteten Verflechtungen zwischen nordirischen und bundesdeutschen Akteur*innen. Leitend sind dabei die Fragen, welche Gruppen mit welchen Interessen in den Konflikt involviert waren oder selbst intervenierten, aber auch inwieweit die „Troubles“ das Beziehungsgeschehen zwischen der BRD und Nordirland veränderten und diese Verschiebungen in die jeweilige Gesellschaft zurückwirkten.

Juliane Röleke

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Tel.: 0331/74510-127
Fax: 0331/74510-143

E-Mail: roeleke [at] zzf-potsdam.de

Forschung

Weißt du, daß da Krieg ist...“. Raum, Gewalt und Geschlecht in Nordirland und der Bundesrepublik Deutschland 1945 – 1985

Beginn des Projektes: September 2019

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Der Nordirlandkonflikt ab Ende der 1960er Jahre war mehr als ein nur lokal ausgetragener Machtkampf um die staatliche Verfasstheit der Region. Die „Troubles“ entwickelten sich zu einer modernen bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzung im Westen Europas, die nicht nur unter der Beobachtung der Nachbarstaaten stand, sondern sie in verschiedener Weise selbst involvierte. Anschläge auf britische Soldaten außerhalb Nordirlands trugen den Konflikt bis nach Westfalen, wo die Britische Rheinarmee in einem eigens angefertigten „irischen Kampfdorf“ für den Einsatz in Belfast ausgebildet wurde. Deutsche Firmen in Nordirland sorgten sich nach der spektakulären Entführung und Ermordung des Managers Thomas Niedermayer um ihre Angestellten vor Ort. Zeitgleich reisten zahlreiche Akteur*innen aus der bundesdeutschen Medienlandschaft, Politik und Zivilgesellschaft regelmäßig nach Nordirland, um über die dortigen Ereignisse zu berichten, politische Netzwerke zu knüpfen oder sich als Freiwillige in Friedens- und Umweltzentren oder Frauenhäusern zu engagieren.

Von solchen Beobachtungen ausgehend begreift das Dissertationsprojekt die Ereignisse in Nordirland als ein transnationales Konfliktgeschehen und untersucht die verschiedenen, bislang meist unbeachteten Verflechtungen zwischen nordirischen und bundesdeutschen Akteur*innen. Leitend sind dabei die Fragen, welche Gruppen mit welchen Interessen in den Konflikt involviert waren oder selbst intervenierten, aber auch inwieweit die „Troubles“ das Beziehungsgeschehen zwischen der BRD und Nordirland veränderten und diese Verschiebungen in die jeweilige Gesellschaft zurückwirkten.

Juliane Röleke

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Tel.: 0331/74510-127
Fax: 0331/74510-143

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