Verfeindete Vermittler: Die Praxis der deutsch-französischen Annäherung im langen 20. Jahrhundert

Habilitationsprojekt

Ähnlich wie der Europagedanke ist auch der Wunsch nach deutsch-französischer Verständigung kein Privileg von liberalen Demokratinnen und Demokraten. Vielmehr wurde und wird deutsch-französische Annäherungspolitik seit ihrer Genese im organisierten Pazifismus des späten 19. Jahrhunderts auch von den kommunistischen Parteien beider Länder praktiziert und sogar von Rassist:innen und Nationalist:innen. Diese Studie zeichnet die deutsch-französische Engagement von vier Männern und einer Frau nach, die zwischen dem späten 19. und dem frühen 21. Jahrhundert aus der zweiten Reihe heraus die deutsch-französischen Beziehungen über viele Jahrzehnte hinweg politisch prägten – und zwar auf ideologisch gegensätzliche Art und Weise.

Der französische Germanist Victor Basch (1863-1944) steht für eine Annäherung im Namen des Sozialismus und der Menschenrechte. Der Anwalt Friedrich Grimm (1888-1959) propagierte eine „deutsch-französische Versöhnung“ in Hitlers Europa und versuchte nach dem Krieg den Kontakt zur französischen Rechten zu halten. Die deutsche Romanistin Klara-Marie Faßbinder (1890-1974) war im Friedensbund Deutscher Katholiken (FDK) aktiv und gründete nach dem Zweiten Weltkrieg die Westdeutsche Frauen-Friedensbewegung (WFFB). Der französische Anwalt Pierre Kaldor (1912-2010) gehörte der Kommunistischen Partei Frankreichs (KPF) an und leitete von den 1970er  zu den 1990er Jahren ein Komitee, das sich im Namen der „internationalen Solidarität“ gegen den Ausschluss von Kommunistinnen und Kommunisten aus dem öffentlichen Dienst der Bundesrepublik Deutschland wandte. Der französische Historiker Joseph Rovan (1918-2004) stand dem Gaullismus und der Christdemokratie nahe und trat auf beiden Rheinseiten als vielgefragter Frankreich- bzw. Bundesrepublikerklärer auf.

Dr. Dominik Rigoll

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Büro: Am Neuen Markt 9d, Raum E. 04
Tel.: 0331/74510-121
Fax: 0331/74510-143

E-Mail: rigoll [at] zzf-potsdam.de 

Forschung

Verfeindete Vermittler: Die Praxis der deutsch-französischen Annäherung im langen 20. Jahrhundert

Habilitationsprojekt

Ähnlich wie der Europagedanke ist auch der Wunsch nach deutsch-französischer Verständigung kein Privileg von liberalen Demokratinnen und Demokraten. Vielmehr wurde und wird deutsch-französische Annäherungspolitik seit ihrer Genese im organisierten Pazifismus des späten 19. Jahrhunderts auch von den kommunistischen Parteien beider Länder praktiziert und sogar von Rassist:innen und Nationalist:innen. Diese Studie zeichnet die deutsch-französische Engagement von vier Männern und einer Frau nach, die zwischen dem späten 19. und dem frühen 21. Jahrhundert aus der zweiten Reihe heraus die deutsch-französischen Beziehungen über viele Jahrzehnte hinweg politisch prägten – und zwar auf ideologisch gegensätzliche Art und Weise.

Der französische Germanist Victor Basch (1863-1944) steht für eine Annäherung im Namen des Sozialismus und der Menschenrechte. Der Anwalt Friedrich Grimm (1888-1959) propagierte eine „deutsch-französische Versöhnung“ in Hitlers Europa und versuchte nach dem Krieg den Kontakt zur französischen Rechten zu halten. Die deutsche Romanistin Klara-Marie Faßbinder (1890-1974) war im Friedensbund Deutscher Katholiken (FDK) aktiv und gründete nach dem Zweiten Weltkrieg die Westdeutsche Frauen-Friedensbewegung (WFFB). Der französische Anwalt Pierre Kaldor (1912-2010) gehörte der Kommunistischen Partei Frankreichs (KPF) an und leitete von den 1970er  zu den 1990er Jahren ein Komitee, das sich im Namen der „internationalen Solidarität“ gegen den Ausschluss von Kommunistinnen und Kommunisten aus dem öffentlichen Dienst der Bundesrepublik Deutschland wandte. Der französische Historiker Joseph Rovan (1918-2004) stand dem Gaullismus und der Christdemokratie nahe und trat auf beiden Rheinseiten als vielgefragter Frankreich- bzw. Bundesrepublikerklärer auf.

Dr. Dominik Rigoll

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Büro: Am Neuen Markt 9d, Raum E. 04
Tel.: 0331/74510-121
Fax: 0331/74510-143

E-Mail: rigoll [at] zzf-potsdam.de 

Forschung