Leistungsfähigkeit und Belastungsgrenzen: 
(digitales) Produktdesign und sich wandelnde Arbeitsanforderungen in der Hightech-Industrie seit den 1970er-Jahren

Beginn des Projektes: Juli 2019

Forschungsprojekt

In den 1970er Jahren nahmen zeitgenössische Beobachterinnen und Beobachter einen grundsätzlichen Wandel der Arbeitsanforderungen wahr: Nicht mehr Industriearbeit, sondern „Wissen“ determiniere die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, lautete eine damalige Deutung. Damit kam es zu einer Aufwertung von geistiger Arbeit. Körperliches Arbeiten – in Form von sich wandelnden motorischen Anforderungen, die zudem stets mit den kognitiven Fähigkeiten verknüpft sind – prägte gleichwohl weiterhin den Arbeitsalltag in Industrie- und Angestelltenberufen.

Ausgehend von diesem Zusammenhang diskutiert das Projekt, wie sich in der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren die Arbeitsanforderungen beim Design von Produkten in den Hightech-Industrien der Automobilfertigung, der Pharmazie sowie der Informations- und Kommunikationstechnik verschoben und welche Folgen dies für die Leistungsfähigkeit, aber auch die Belastungsgrenzen der Beschäftigten hatte. Dabei geht es einerseits um die Wahrnehmung und Bewertung des Wandels durch Experten. Zunächst wird daher untersucht, wie Wissenschaftler und Industrievertreter die Veränderungen bei der Entwicklung und des Designs von Produkten – gerade im Hinblick auf die einsetzende Digitalisierung – beschrieben und konzipierten. Zudem wird gefragt, mit welchen Methoden beide Akteursgruppen die Leistungsfähigkeit bei körperlicher und geistiger Arbeit maßen und bewerteten. In welchen Bereichen sahen sie Rationalisierungspotenziale, aber auch Belastungsgrenzen? Zweitens soll das Projekt diesen Zugriff mit der Sozialgeschichte von arbeitenden Menschen verknüpfen, indem die Veränderungen in der Arbeitswelt in den Blick genommen werden: Welche Maßnahmen zur Regulierung und Steuerung der arbeitenden Subjekte wurden auf dieser Basis in Betrieben implementiert? Wie sollten so Belastungsgrenzen überwunden und die Leistungsmöglichkeiten gesteigert werden? Darauf aufbauend wird analysiert, wie sich die Debatten und Maßnahmen auf das Verhalten der betroffenen Arbeiter und Angestellten auswirkten und öffentlich verhandelt wurden.

Der inhaltliche Fokus des Projekts liegt auf drei unterschiedlichen Unternehmensbereichen und Berufsgruppen: 1) den Ingenieuren, Wissenschaftlern und IT-Experten in Forschung und Entwicklung; 2) den Angestellten im Marketing und Controlling; 3) den Arbeitern in ausgewählten Zweigen der Fertigung. Um die Spezifika der Entwicklungen in Deutschland erfassen zu können, soll die Arbeit als asymmetrischer Vergleich angelegt werden, der immer wieder Bezug nimmt auf DDR sowie die USA und Frankreich.

Priv.-Doz. Dr. Christopher Neumaier

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

E-Mail: neumaier [at] zzf-potsdam.de

Forschung

Leistungsfähigkeit und Belastungsgrenzen: 
(digitales) Produktdesign und sich wandelnde Arbeitsanforderungen in der Hightech-Industrie seit den 1970er-Jahren

Beginn des Projektes: Juli 2019

Forschungsprojekt

In den 1970er Jahren nahmen zeitgenössische Beobachterinnen und Beobachter einen grundsätzlichen Wandel der Arbeitsanforderungen wahr: Nicht mehr Industriearbeit, sondern „Wissen“ determiniere die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, lautete eine damalige Deutung. Damit kam es zu einer Aufwertung von geistiger Arbeit. Körperliches Arbeiten – in Form von sich wandelnden motorischen Anforderungen, die zudem stets mit den kognitiven Fähigkeiten verknüpft sind – prägte gleichwohl weiterhin den Arbeitsalltag in Industrie- und Angestelltenberufen.

Ausgehend von diesem Zusammenhang diskutiert das Projekt, wie sich in der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren die Arbeitsanforderungen beim Design von Produkten in den Hightech-Industrien der Automobilfertigung, der Pharmazie sowie der Informations- und Kommunikationstechnik verschoben und welche Folgen dies für die Leistungsfähigkeit, aber auch die Belastungsgrenzen der Beschäftigten hatte. Dabei geht es einerseits um die Wahrnehmung und Bewertung des Wandels durch Experten. Zunächst wird daher untersucht, wie Wissenschaftler und Industrievertreter die Veränderungen bei der Entwicklung und des Designs von Produkten – gerade im Hinblick auf die einsetzende Digitalisierung – beschrieben und konzipierten. Zudem wird gefragt, mit welchen Methoden beide Akteursgruppen die Leistungsfähigkeit bei körperlicher und geistiger Arbeit maßen und bewerteten. In welchen Bereichen sahen sie Rationalisierungspotenziale, aber auch Belastungsgrenzen? Zweitens soll das Projekt diesen Zugriff mit der Sozialgeschichte von arbeitenden Menschen verknüpfen, indem die Veränderungen in der Arbeitswelt in den Blick genommen werden: Welche Maßnahmen zur Regulierung und Steuerung der arbeitenden Subjekte wurden auf dieser Basis in Betrieben implementiert? Wie sollten so Belastungsgrenzen überwunden und die Leistungsmöglichkeiten gesteigert werden? Darauf aufbauend wird analysiert, wie sich die Debatten und Maßnahmen auf das Verhalten der betroffenen Arbeiter und Angestellten auswirkten und öffentlich verhandelt wurden.

Der inhaltliche Fokus des Projekts liegt auf drei unterschiedlichen Unternehmensbereichen und Berufsgruppen: 1) den Ingenieuren, Wissenschaftlern und IT-Experten in Forschung und Entwicklung; 2) den Angestellten im Marketing und Controlling; 3) den Arbeitern in ausgewählten Zweigen der Fertigung. Um die Spezifika der Entwicklungen in Deutschland erfassen zu können, soll die Arbeit als asymmetrischer Vergleich angelegt werden, der immer wieder Bezug nimmt auf DDR sowie die USA und Frankreich.

Priv.-Doz. Dr. Christopher Neumaier

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

E-Mail: neumaier [at] zzf-potsdam.de

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