Kolonie der Würde

Assoziiertes Graphic Novel-Projekt

Im Jahr 1961 floh der in Deutschland per Haftbefehl gesuchte Sektenführer Paul Schäfer mit 50 entführten Kindern und 180 Anhängern nach Chile. Sie gründeten auf einem großen Stück chilenischer Wildnis die „Colonia Dignidad“ (dt. Kolonie der Würde). Die Geschichte dieser urchristlichen Glaubensgruppierung ist geprägt von Überwachung, Zwangsarbeit, sexueller Gewalt und Folter. Bis heute sind weder ihre Rolle in der Pinochet-Diktatur noch ihre zahlreichen Verbrechen innerhalb der Sekte vollständig aufgearbeitet.

„Kolonie der Würde” (Arbeitstitel) ist ein Graphic Novel-Projekt, das diese Geschichte aus der Perspektive ehemaliger Sektenmitglieder und Folteropfer erzählt. Im Mittelpunkt steht dabei die Auseinandersetzung mit grundlegenden Mechanismen und Strukturen totalitärer Regime und den psychologischen Beweggründen der Menschen, die diese Strukturen mit aufbauen und erhalten. Die Geschichte basiert auf Zeitzeugeninterviews und Berichten ehemaliger „Colonos”, aus deren Erinnerungen fiktive Protagonisten entwickelt werden. Inhaltlich werden sich die einzelnen Berichte teilweise überlappen oder widersprechen. Mittels der narrativen Struktur individueller „Erinnerungsschichten“ wird deutlich, dass es sich hier nicht um den Versuch einer objektiven Geschichtsdarstellung handelt.

Das Format der Graphic Novel bietet besondere Chancen in der Auseinandersetzung mit Themen, die wie dieses von Gewalt und Brutalität geprägt sind. In der zeichnerischen Abstraktion lassen sich diese Geschehnisse in einer Form bearbeiten, die weder voyeuristisch ist, noch beschönigt. Die Zeichnung ist freier in ihren Darstellungsmöglichkeiten als Film oder Text und kann so zur Reflexion anregen, anstatt einen Schockeffekt zu erzeugen. Dadurch kann die Graphic Novel den Blick über die konkrete Geschichte hinaus auf grundlegende Fragen richten.

Sonja Hugi

Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Tel.: 0331/28991-13
Fax: 0331/28991-40

E-Mail:

Forschung

Kolonie der Würde

Assoziiertes Graphic Novel-Projekt

Im Jahr 1961 floh der in Deutschland per Haftbefehl gesuchte Sektenführer Paul Schäfer mit 50 entführten Kindern und 180 Anhängern nach Chile. Sie gründeten auf einem großen Stück chilenischer Wildnis die „Colonia Dignidad“ (dt. Kolonie der Würde). Die Geschichte dieser urchristlichen Glaubensgruppierung ist geprägt von Überwachung, Zwangsarbeit, sexueller Gewalt und Folter. Bis heute sind weder ihre Rolle in der Pinochet-Diktatur noch ihre zahlreichen Verbrechen innerhalb der Sekte vollständig aufgearbeitet.

„Kolonie der Würde” (Arbeitstitel) ist ein Graphic Novel-Projekt, das diese Geschichte aus der Perspektive ehemaliger Sektenmitglieder und Folteropfer erzählt. Im Mittelpunkt steht dabei die Auseinandersetzung mit grundlegenden Mechanismen und Strukturen totalitärer Regime und den psychologischen Beweggründen der Menschen, die diese Strukturen mit aufbauen und erhalten. Die Geschichte basiert auf Zeitzeugeninterviews und Berichten ehemaliger „Colonos”, aus deren Erinnerungen fiktive Protagonisten entwickelt werden. Inhaltlich werden sich die einzelnen Berichte teilweise überlappen oder widersprechen. Mittels der narrativen Struktur individueller „Erinnerungsschichten“ wird deutlich, dass es sich hier nicht um den Versuch einer objektiven Geschichtsdarstellung handelt.

Das Format der Graphic Novel bietet besondere Chancen in der Auseinandersetzung mit Themen, die wie dieses von Gewalt und Brutalität geprägt sind. In der zeichnerischen Abstraktion lassen sich diese Geschehnisse in einer Form bearbeiten, die weder voyeuristisch ist, noch beschönigt. Die Zeichnung ist freier in ihren Darstellungsmöglichkeiten als Film oder Text und kann so zur Reflexion anregen, anstatt einen Schockeffekt zu erzeugen. Dadurch kann die Graphic Novel den Blick über die konkrete Geschichte hinaus auf grundlegende Fragen richten.

Sonja Hugi

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