ine „Neue Kulturelle Weltordnung“? Die Restitution von Kulturgütern im Kontext der Dekolonisierung, ca. 1970-1990

Beginn des Projektes: August 2020

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Das Dissertationsvorhaben untersucht die Debatten über eine mögliche Restitution von Kulturgütern in ihre Ursprungsländer als Gegenstand der Dekolonisierung und der Nord-Süd-Beziehungen im Zeitraum der späten 1960er bis Ende der 1980er Jahre.
Mit ihrer Unabhängigkeit forderten zahlreiche Staaten in Afrika und Asien die Rückgabe von Kunst- und Kulturgegenständen, die während der Kolonialzeit in die Länder des Globalen Nordens transloziert worden waren. Seit Beginn der 1970er Jahre wurde die Restitutionsfrage unter dem Leitbegriff einer „neuen kulturellen Weltordnung“ intensiv in den Organisationen der Vereinten Nationen diskutiert. Gleichzeitig fanden bilaterale Verhandlungen über die Restitution einzelner Objekte aus zumeist ethnographischen Museumssammlungen statt. Die Forderungen der Länder des Globalen Südens richteten sich dabei nicht nur gegen die letzten Kolonialmächte Europas, sondern betrafen auch die Bundesrepublik, die DDR und die Schweiz.
Das Projekt untersucht die Entstehung und Entwicklung der internationalen Auseinandersetzung über die postkoloniale kulturelle Restitution im Forum internationaler Organisationen wie auf nationaler und zwischenstaatlicher Ebene. Besonderes Interesse gilt dabei den vorherrschenden Diskursen und Sinngebungsverfahren sowie der Artikulation postkolonialer Identitäten auf Seiten der „zurückfordernden“ und der „kulturgutbesitzenden“ Staaten.
Als Quellengrundlage der Arbeit dient Archivmaterial der UN und UNESCO sowie aus National- und Museumsarchiven der ehemaligen DDR, der Bundesrepublik und der Schweiz. Eine vergleichende Perspektive soll deutlich machen, inwiefern die jeweiligen Interpretationen der eigenen Kolonialvergangenheit und unterschiedliche Positionierungen im weltpolitischen Gefüge des Kalten Krieges Einfluss auf den Umgang mit Restitutionsforderungen in Europa hatten.

 

Ellen Pupeter

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

E-Mail: pupeter [at] zzf-potsdam.de

Forschung

ine „Neue Kulturelle Weltordnung“? Die Restitution von Kulturgütern im Kontext der Dekolonisierung, ca. 1970-1990

Beginn des Projektes: August 2020

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Das Dissertationsvorhaben untersucht die Debatten über eine mögliche Restitution von Kulturgütern in ihre Ursprungsländer als Gegenstand der Dekolonisierung und der Nord-Süd-Beziehungen im Zeitraum der späten 1960er bis Ende der 1980er Jahre.
Mit ihrer Unabhängigkeit forderten zahlreiche Staaten in Afrika und Asien die Rückgabe von Kunst- und Kulturgegenständen, die während der Kolonialzeit in die Länder des Globalen Nordens transloziert worden waren. Seit Beginn der 1970er Jahre wurde die Restitutionsfrage unter dem Leitbegriff einer „neuen kulturellen Weltordnung“ intensiv in den Organisationen der Vereinten Nationen diskutiert. Gleichzeitig fanden bilaterale Verhandlungen über die Restitution einzelner Objekte aus zumeist ethnographischen Museumssammlungen statt. Die Forderungen der Länder des Globalen Südens richteten sich dabei nicht nur gegen die letzten Kolonialmächte Europas, sondern betrafen auch die Bundesrepublik, die DDR und die Schweiz.
Das Projekt untersucht die Entstehung und Entwicklung der internationalen Auseinandersetzung über die postkoloniale kulturelle Restitution im Forum internationaler Organisationen wie auf nationaler und zwischenstaatlicher Ebene. Besonderes Interesse gilt dabei den vorherrschenden Diskursen und Sinngebungsverfahren sowie der Artikulation postkolonialer Identitäten auf Seiten der „zurückfordernden“ und der „kulturgutbesitzenden“ Staaten.
Als Quellengrundlage der Arbeit dient Archivmaterial der UN und UNESCO sowie aus National- und Museumsarchiven der ehemaligen DDR, der Bundesrepublik und der Schweiz. Eine vergleichende Perspektive soll deutlich machen, inwiefern die jeweiligen Interpretationen der eigenen Kolonialvergangenheit und unterschiedliche Positionierungen im weltpolitischen Gefüge des Kalten Krieges Einfluss auf den Umgang mit Restitutionsforderungen in Europa hatten.

 

Ellen Pupeter

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

E-Mail: pupeter [at] zzf-potsdam.de

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