Eiszeit

Der „Kälte-Einbruch“ in der deutschen (Pop-)Musik seit dem Ende der siebziger Jahre

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Am Ende der 1970er Jahre befand sich die Bundesrepublik im Wandel: Ökonomische Einschnitte und gesellschaftliche Transformationsprozesse veränderten die deutsche Arbeits- wie Lebenswelt grundlegend. Die sichtbar werdenden Unternehmenspleiten und die wachsende, strukturelle Arbeitslosigkeit erzeugten in der bundesdeutschen Gesellschaft dauerhaft wahrnehmbare Zerfalls- und Krisenzeichen und ein verbreitetes Bewusstsein vom Ende der „Boom“-Phase. Zudem verstärkte sich im Zuge des „zweiten Kalten Krieges“ die Angst vor einem Atomkrieg und dynamisierten sich neue soziale Bewegungen.

Im Kontext dieser veränderten Bedingungen, Bedrohungen und Wahrnehmungen reanimierte eine Vielzahl junger, deutscher Musiker ab dem Ende der 1970er Jahre eine Verhaltenslehre, welche letztmalig bei den neusachlichen Künstlerkreisen der Weimarer Republik in Erscheinung getreten war: das Lob der „Kälte“ (Helmut Lethen). Damit suchten sich Musiker aus dem Um- und Vorfeld der Neuen Deutschen Welle (NDW) von der als importiert betrachteten Popkultur der Bundesrepublik sowie vom „Wärme-Kult“ des linksalternativen Milieus abzugrenzen.

Das Promotionsvorhaben analysiert die „Kälte-Welle“ in der deutschen Musik am Ende der 1970er Jahre, ihre Rezeption und historischen Bezüge. In einem zweiten Schritt erforscht es die daraus folgenden Erscheinungsformen „kalter“ Musik in Deutschland bis heute. Dabei wird nach Strategien, Codes und Motiven der Entemotionalisierung, der Entmenschlichung, der Disharmonie sowie der Scheinaffirmation mit der als bedrohlich empfundenen Welt gesucht. Als Quellen dienen neben den Erzeugnissen der Künstler selbst vor allem Musikzeitschriften und poptheoretische Beiträge beteiligter Akteure.

Florian Völker

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

E-Mail: voelker [at] zzf-potsdam.de

Forschung

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Der „Kälte-Einbruch“ in der deutschen (Pop-)Musik seit dem Ende der siebziger Jahre

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Am Ende der 1970er Jahre befand sich die Bundesrepublik im Wandel: Ökonomische Einschnitte und gesellschaftliche Transformationsprozesse veränderten die deutsche Arbeits- wie Lebenswelt grundlegend. Die sichtbar werdenden Unternehmenspleiten und die wachsende, strukturelle Arbeitslosigkeit erzeugten in der bundesdeutschen Gesellschaft dauerhaft wahrnehmbare Zerfalls- und Krisenzeichen und ein verbreitetes Bewusstsein vom Ende der „Boom“-Phase. Zudem verstärkte sich im Zuge des „zweiten Kalten Krieges“ die Angst vor einem Atomkrieg und dynamisierten sich neue soziale Bewegungen.

Im Kontext dieser veränderten Bedingungen, Bedrohungen und Wahrnehmungen reanimierte eine Vielzahl junger, deutscher Musiker ab dem Ende der 1970er Jahre eine Verhaltenslehre, welche letztmalig bei den neusachlichen Künstlerkreisen der Weimarer Republik in Erscheinung getreten war: das Lob der „Kälte“ (Helmut Lethen). Damit suchten sich Musiker aus dem Um- und Vorfeld der Neuen Deutschen Welle (NDW) von der als importiert betrachteten Popkultur der Bundesrepublik sowie vom „Wärme-Kult“ des linksalternativen Milieus abzugrenzen.

Das Promotionsvorhaben analysiert die „Kälte-Welle“ in der deutschen Musik am Ende der 1970er Jahre, ihre Rezeption und historischen Bezüge. In einem zweiten Schritt erforscht es die daraus folgenden Erscheinungsformen „kalter“ Musik in Deutschland bis heute. Dabei wird nach Strategien, Codes und Motiven der Entemotionalisierung, der Entmenschlichung, der Disharmonie sowie der Scheinaffirmation mit der als bedrohlich empfundenen Welt gesucht. Als Quellen dienen neben den Erzeugnissen der Künstler selbst vor allem Musikzeitschriften und poptheoretische Beiträge beteiligter Akteure.

Florian Völker

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

E-Mail: voelker [at] zzf-potsdam.de

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