Die politisch-kulturellen Zeitschriften in Deutschland 1945 bis 1955. Ein Ost-West-Vergleich

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Das Dissertationsprojekt vergleicht die wichtigsten politisch-kulturellen Zeitschriften in Ost- und Westdeutschland im Kontext der sich verändernden politischen Verhältnisse zwischen 1945 und 1955. Ihre noch heute vorhandene Bekanntheit verdanken Organe wie die Wandlung, der Ruf, die Frankfurter Hefte und der Aufbau einem kurzen historischen Moment, in dem die Zeitschriften als ein wichtiges Leitmedium die aktuellen politischen Fragen thematisierten und Debatten initiierten. Ziel ist es, einen Beitrag zur politischen Kultur der Nachkriegszeit zu erarbeiten und darzustellen, wie aktuelle Themen in den Zeitschriften verhandelt wurden, was für Vorstellungen und Überzeugungen die Zeitschriften vertraten und inwiefern diese den realpolitischen Verhältnissen entsprachen respektive einem Wandel unterworfen waren, und welchen Einfluss die politischen Entwicklungen auf die Beziehungen und Handlungsspielräume der Akteure hatten.

Die Zeitschriftenmacher und Autoren, die allesamt dem bürgerlich-intellektuellen Milieu entstammten und meist Schriftsteller und Publizisten waren, kannten sich oft aus der Zeit vor 1933. Wenn auch nicht immer persönlich, so doch durch ihre Arbeiten; manche pflegten sogar Freundschaften. Unter ihnen waren berühmte Persönlichkeiten wie Karl Jaspers, Eugen Kogon, Johannes R. Becher und Axel Eggebrecht. Die wachsende Konfrontation zwischen Ost und West und die drohende Spaltung Deutschlands schlugen sich ab 1948 verstärkt auf die politischen Debatten nieder, beeinflussten die Beziehungen der Zeitschriften(-macher) untereinander und sorgten dafür, dass die Zeitschriften, teils funktionalisiert, teils aus eigener Intention, in die Spannungen der konkurrierenden politischen Systeme involviert wurden. Anhand der Geschichte der Zeitschriften lässt sich die deutsche Teilung während des ersten Nachkriegsjahrzehnts rekonstruieren, da sie sich in den Inhalten, den Akteursbeziehungen und den strukturellen und ideellen Bedingungen für das Bestehen der Zeitschriften widerspiegelte.

Eine deutsch-deutsche Vergleichs- und Beziehungsgeschichte der politisch-kulturellen Zeitschriften wird dazu beitragen, den damaligen geistigen Diskurs angesichts der zunehmenden Spaltung und die Interaktionen zwischen Ost und West besser zu verstehen. Der Blick auf und in die politisch-kulturellen Zeitschriften als historische Quellen, aber auch als Seismographen ihrer Zeit, ermöglicht es, eine bisher kaum berücksichtigte und spannende Perspektive der deutschen Teilung deutlicher hervorzuheben.

 

Fabian Kuhn

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

E-Mail: kuhn [at] zzf-potsdam.de

Forschung

Die politisch-kulturellen Zeitschriften in Deutschland 1945 bis 1955. Ein Ost-West-Vergleich

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Das Dissertationsprojekt vergleicht die wichtigsten politisch-kulturellen Zeitschriften in Ost- und Westdeutschland im Kontext der sich verändernden politischen Verhältnisse zwischen 1945 und 1955. Ihre noch heute vorhandene Bekanntheit verdanken Organe wie die Wandlung, der Ruf, die Frankfurter Hefte und der Aufbau einem kurzen historischen Moment, in dem die Zeitschriften als ein wichtiges Leitmedium die aktuellen politischen Fragen thematisierten und Debatten initiierten. Ziel ist es, einen Beitrag zur politischen Kultur der Nachkriegszeit zu erarbeiten und darzustellen, wie aktuelle Themen in den Zeitschriften verhandelt wurden, was für Vorstellungen und Überzeugungen die Zeitschriften vertraten und inwiefern diese den realpolitischen Verhältnissen entsprachen respektive einem Wandel unterworfen waren, und welchen Einfluss die politischen Entwicklungen auf die Beziehungen und Handlungsspielräume der Akteure hatten.

Die Zeitschriftenmacher und Autoren, die allesamt dem bürgerlich-intellektuellen Milieu entstammten und meist Schriftsteller und Publizisten waren, kannten sich oft aus der Zeit vor 1933. Wenn auch nicht immer persönlich, so doch durch ihre Arbeiten; manche pflegten sogar Freundschaften. Unter ihnen waren berühmte Persönlichkeiten wie Karl Jaspers, Eugen Kogon, Johannes R. Becher und Axel Eggebrecht. Die wachsende Konfrontation zwischen Ost und West und die drohende Spaltung Deutschlands schlugen sich ab 1948 verstärkt auf die politischen Debatten nieder, beeinflussten die Beziehungen der Zeitschriften(-macher) untereinander und sorgten dafür, dass die Zeitschriften, teils funktionalisiert, teils aus eigener Intention, in die Spannungen der konkurrierenden politischen Systeme involviert wurden. Anhand der Geschichte der Zeitschriften lässt sich die deutsche Teilung während des ersten Nachkriegsjahrzehnts rekonstruieren, da sie sich in den Inhalten, den Akteursbeziehungen und den strukturellen und ideellen Bedingungen für das Bestehen der Zeitschriften widerspiegelte.

Eine deutsch-deutsche Vergleichs- und Beziehungsgeschichte der politisch-kulturellen Zeitschriften wird dazu beitragen, den damaligen geistigen Diskurs angesichts der zunehmenden Spaltung und die Interaktionen zwischen Ost und West besser zu verstehen. Der Blick auf und in die politisch-kulturellen Zeitschriften als historische Quellen, aber auch als Seismographen ihrer Zeit, ermöglicht es, eine bisher kaum berücksichtigte und spannende Perspektive der deutschen Teilung deutlicher hervorzuheben.

 

Fabian Kuhn

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

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