Der Wandel des Politischen im nationalsozialistischen Mecklenburg zwischen 1933 und 1939

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Unterstützt durch ein Promotionsstipendium der Landesgraduiertenförderung Mecklenburg-Vorpommern

Anhand einer Analyse von Entscheidungspfaden sowie Konzeptualisierungen von „Volksgemeinschaft“ wird deren strukturelle Vermittlung und Wandel in den Blick genommen. Gerade die Frage nach Erfolgen und Grenzen von Vergemeinschaftung richtet das Erkenntnisinteresse dabei auf eine Aushandlung semantischer Kernelemente zwischen netzwerkartigen Kommunikationsstrukturen politischer FunktionsträgerInnen und den „Beherrschten“.

Da Mecklenburg-Lübeck infolge der Rüstungsexpansion nach 1933 einschneidende Transformationsprozesse durchlief, scheinen sich Deutungskämpfe hier zugespitzt zu haben. „Volksgemeinschaft“ wird dabei als ein „leerer Signifikant“ operationalisiert, an dem unterschiedliche Elemente andockten, den allerdings dislozierende Praktiken durchzogen. Eröffnet eine diskursanalytische Auswertung geheimer Stimmungsberichte Einblicke in Wissensbestände und deren Verschiebung, werden durch eine netzwerktheoretische Evaluierung von Korrespondenzen informelle Entscheidungswege aufgezeigt. Eine Verschränkung beider Zugänge beschreibt „Volksgemeinschaft“ als umstrittenes aber wirkmächtiges Konzept nationalsozialistischer Vergemeinschaftung vor Ort.

Aline Munkewitz

Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

E-Mail: munkewitz [at] zzf-potsdam.de

Forschung