Gesellschaftsgeschichte der Subjektivierung

Die Projekte untersuchen Prozesse der Subjektwerdung in westlich-liberalen Gesellschaften des 20. Jahrhunderts, wobei die Herausbildung neuartiger politischer Subjekte im Mittelpunkt steht. Welche historischen Bedingungen und Faktoren machten Individuen zu einem gesellschaftlich akzeptierten und handlungsfähigen Subjekt? Und welche Wissenskomplexe begründeten politische, soziale oder juridische Systeme zur Regulierung von abweichendem Verhalten? Mit diesen Fragen eng verbunden ist die Aushandlung gesellschaftlicher Zugehörigkeit, die am Beispiel der sozialen und politischen Inklusion vermeintlich devianter Gruppen und Individuen untersucht wird.

 

Forschung

Projekte

Gefängnistrakt der Teilanstalt 3 in derJVA Tegel, der seit einigen Jahren leer steht, Foto: aufBruch - www.gefaengnistheater.de.

 

Geschlossene Gesellschaft. Reform und Resozialisierung in westdeutschen Gefängnissen, 1945-1990

Annelie Ramsbrock

Forschungsprojekt

Die Frage, wie Straftäter im Verlauf ihrer Freiheitsstrafe zu sozial konformen Mitgliedern der Gesellschaft gemacht werden könnten, stellte sich in der Bundesrepublik nach den Erfahrungen der NS-Diktatur vollkommen neu. Was sollte das Gefängnis leisten? Wie sollte es eingerichtet und wie die Insassen behandelt werden, um dem Selbstverständnis einer auf liberalen Grundsätzen gebauten Gesellschaftsordnung zu entsprechen?

Hinweisschild für die Bewährungshilfestelle am Landgericht Itzehoe, 2011. Foto: Nightflyer, Itzehoe Bewährungshilfestelle Hinweisschild am Landgericht IMG 5292, CC BY 3.0

Freiheit auf Probe. Bewährungshilfe zwischen Resozialisierung und Risiko in der Bundesrepublik Deutschland, 1950-2000

Caroline Peters

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Der Aussetzung einer Strafe oder eines Strafrestes zur Bewährung liegt der Gedanke der Resozialisierung zugrunde und damit die Annahme, dass sich jeder Mensch für ein Leben ohne Straftaten entscheiden könne. Das Bewährungshilfesystem unterlag jedoch seit seiner Institutionalisierung in den 1950er Jahren unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen von Hilfe und Kontrolle, die sich weit eher durch die veränderte soziale, wissenschaftliche und mediale Landschaft erklären lassen als durch kriminologische Datenerhebung.

Wandbild für Mitglieder des paramilitärischen Cumann na mBan („The Irishwomen’s Council“) in Belfast, Januar 2020. Privataufnahme.

Weißt du, daß da Krieg ist...“. Raum, Gewalt und Geschlecht in Nordirland und der Bundesrepublik Deutschland 1945 – 1985

Juliane Röleke

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Das Projekt begreift die Ereignisse in Nordirland als ein transnationales Konfliktgeschehen und untersucht die verschiedenen, bislang meist unbeachteten Verflechtungen zwischen nordirischen und bundesdeutschen Akteur*innen. Leitend sind dabei die Fragen, welche Gruppen mit welchen Interessen in den Konflikt involviert waren oder selbst intervenierten, aber auch inwieweit die „Troubles“ das Beziehungsgeschehen zwischen der BRD und Nordirland veränderten und diese Verschiebungen in die jeweilige Gesellschaft zurückwirkten.

Herbertstraße, Hamburg. Juli 1967, Quelle: Staatsarchiv Hamburg, 331-1 II 2680.

Kommerzieller Sex in der Bundesrepublik Deutschland

Annalisa Martin

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Das Projekt untersucht vergleichend die Städte Köln, Hamburg und West-Berlin in den langen 1960er und 1970er Jahren. Die leitende Frage dabei ist, wie lokale Maßnahmen und Vorschriften in Verbindung mit oder entgegen dem Bundesrecht das Leben von Frauen, die in dieser Zeit Sex verkauften, bestimmten.

Gesellschaftsgeschichte der Subjektivierung

Die Projekte untersuchen Prozesse der Subjektwerdung in westlich-liberalen Gesellschaften des 20. Jahrhunderts, wobei die Herausbildung neuartiger politischer Subjekte im Mittelpunkt steht. Welche historischen Bedingungen und Faktoren machten Individuen zu einem gesellschaftlich akzeptierten und handlungsfähigen Subjekt? Und welche Wissenskomplexe begründeten politische, soziale oder juridische Systeme zur Regulierung von abweichendem Verhalten? Mit diesen Fragen eng verbunden ist die Aushandlung gesellschaftlicher Zugehörigkeit, die am Beispiel der sozialen und politischen Inklusion vermeintlich devianter Gruppen und Individuen untersucht wird.

 

Forschung

Projekte

Gefängnistrakt der Teilanstalt 3 in derJVA Tegel, der seit einigen Jahren leer steht, Foto: aufBruch - www.gefaengnistheater.de.

 

Geschlossene Gesellschaft. Reform und Resozialisierung in westdeutschen Gefängnissen, 1945-1990

Annelie Ramsbrock

Forschungsprojekt

Die Frage, wie Straftäter im Verlauf ihrer Freiheitsstrafe zu sozial konformen Mitgliedern der Gesellschaft gemacht werden könnten, stellte sich in der Bundesrepublik nach den Erfahrungen der NS-Diktatur vollkommen neu. Was sollte das Gefängnis leisten? Wie sollte es eingerichtet und wie die Insassen behandelt werden, um dem Selbstverständnis einer auf liberalen Grundsätzen gebauten Gesellschaftsordnung zu entsprechen?

Hinweisschild für die Bewährungshilfestelle am Landgericht Itzehoe, 2011. Foto: Nightflyer, Itzehoe Bewährungshilfestelle Hinweisschild am Landgericht IMG 5292, CC BY 3.0

Freiheit auf Probe. Bewährungshilfe zwischen Resozialisierung und Risiko in der Bundesrepublik Deutschland, 1950-2000

Caroline Peters

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Der Aussetzung einer Strafe oder eines Strafrestes zur Bewährung liegt der Gedanke der Resozialisierung zugrunde und damit die Annahme, dass sich jeder Mensch für ein Leben ohne Straftaten entscheiden könne. Das Bewährungshilfesystem unterlag jedoch seit seiner Institutionalisierung in den 1950er Jahren unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen von Hilfe und Kontrolle, die sich weit eher durch die veränderte soziale, wissenschaftliche und mediale Landschaft erklären lassen als durch kriminologische Datenerhebung.

Wandbild für Mitglieder des paramilitärischen Cumann na mBan („The Irishwomen’s Council“) in Belfast, Januar 2020. Privataufnahme.

Weißt du, daß da Krieg ist...“. Raum, Gewalt und Geschlecht in Nordirland und der Bundesrepublik Deutschland 1945 – 1985

Juliane Röleke

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Das Projekt begreift die Ereignisse in Nordirland als ein transnationales Konfliktgeschehen und untersucht die verschiedenen, bislang meist unbeachteten Verflechtungen zwischen nordirischen und bundesdeutschen Akteur*innen. Leitend sind dabei die Fragen, welche Gruppen mit welchen Interessen in den Konflikt involviert waren oder selbst intervenierten, aber auch inwieweit die „Troubles“ das Beziehungsgeschehen zwischen der BRD und Nordirland veränderten und diese Verschiebungen in die jeweilige Gesellschaft zurückwirkten.

Herbertstraße, Hamburg. Juli 1967, Quelle: Staatsarchiv Hamburg, 331-1 II 2680.

Kommerzieller Sex in der Bundesrepublik Deutschland

Annalisa Martin

Assoziiertes Dissertationsprojekt

Das Projekt untersucht vergleichend die Städte Köln, Hamburg und West-Berlin in den langen 1960er und 1970er Jahren. Die leitende Frage dabei ist, wie lokale Maßnahmen und Vorschriften in Verbindung mit oder entgegen dem Bundesrecht das Leben von Frauen, die in dieser Zeit Sex verkauften, bestimmten.