Kooperationsprojekte

 

Das ZZF ist an verschiedenen Ausstellungs- und Website-Projekten beteiligt, die sich an eine breite Öffentlichkeit wenden. Aktuell gehören dazu:

 

Ausstellung: „Ost-Berlin. Erkundung einer vorherigen Stadt“

Das ZZF und die Stiftung Stadtmuseum Berlin gestalten eine gemeinsame Ausstellung zu Ost-Berlin. Die Ausstellung soll von Oktober 2018 bis Mai 2019 im Ephraimpalais im Berliner Nikolaiviertel gezeigt werden und neue Perspektiven auf die einstige Metropole des Ostens bieten. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die sozialen und kulturellen Dimensionen des urbanen Lebens in Ost-Berlin. Studierende des Masterstudiengangs Public History entwickeln für die Ausstellung moderne Partizipationsangebote, die gleichermaßen im Museum und im Berliner Stadtraum genutzt werden können. Näheres zur Ausstellung erfahren Sie demnächst unter: www.ost.berlin

Leitung am ZZF: Dr. Jürgen Danyel und Hanno Hochmuth

 

Dokumentation "Geschichte des Liebknechtportals"

Das in die Fassade des DDR-Staatsratsgebäudes integrierte „Liebknechtportal“ erfüllte eine doppelte Funktion für das staatliche Selbstverständnis: Es war Siegestrophäe über die untergegangene Hohenzollernmonarchie und Denkmal der sozialistischen Revolution zugleich. Auf dem Balkon des Portals stehend hatte Karl Liebknecht am 9. November 1918 die Räterepublik verkündet; beim Abriss des Schlosses 1950 wurde das barocke Tor sichergestellt, um es als Symbol der vorweggenommenen Staatsgründung im Moment des Triumphes über Imperialismus, Militarismus und Faschismus wiederaufzubauen.
Je harmonischer das Narrativ, desto störender unpassende Details: Wo genau stand Liebknecht eigentlich, als er die Republik ausrief? Wie überhaupt konnte der Staatsfeind Nummer 1 in das heiligste Refugium des Kaisertums gelangen? Und wer veranlasste schließlich, mehr als dreißig Jahre später, den Ausbau des Bauteils aus der sprengbereiten Ruine? Aus Zeitungsartikeln, Augenzeugenberichten, literarischen Schilderungen, Bauakten und Planungsskizzen soll die Geschichte des Liebknechtportals rekonstruiert werden – vom Erscheinen des Arbeiterführers vor dem Schlosseingang bis zur Inszenierung der Balkonszene in der DDR-Geschichtsdeutung. Das Projekt wird gefördert durch die Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum.

Bearbeiter: Dominik Juhnke

 

Dokumentationsprojekt: "Der Todesstreifen im Weltkulturerbe. Das berlin-brandenburgische Grenzgebiet nördlich der Glienicker Brücke"

Das Kooperationsprojekt des Vereins "Erinnerungsorte Potsdamer Grenze" und des ZZF verfolgt das Ziel, als Vorbereitung einer Ausstellung eine fachlich fundierte Dokumentation für den zeithistorisch relevanten und zugleich für eine breite Öffentlichkeit höchst interessanten Abschnitt des Berliner Außenrings nördlich der Glienicker Brücke für die Zeit von 1945-1990 zu erstellen. Es wird von Florentine Schmidtmann, assoziierte Doktorandin am ZZF, bearbeitet und vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg gefördert.

Leitung am ZZF: Prof. Dr. Frank Bösch, Dr. Hans-Hermann Hertle

 

Geschichte der SED-Machtelite in Wandlitz und Umgebung

Im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen der Gemeinde Wandlitz und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam wird im Barnim Panorama eine Ausstellung zur Geschichte der SED-Machtelite in Wandlitz und seiner Umgebung konzipiert und erarbeitet. Die geplante Ausstellung liefert einen Überblick über die Geschichte der 1958 errichteten und bis 1990 genutzten Wohnsiedlung der SED-Spitzenfunktionäre. Der Begriff Wandlitz steht als Chiffre für die spezielle Herrschaftspraxis der SED, für die Privilegierung der DDR-Machtelite und deren hermetisch abgeriegelte Lebensweise. Die Ausstellung bietet spezifische Einblicke in den Politik- und Lebensstil der DDR-Führungsschicht und dokumentiert die Folgen dieser Ansiedlung und des mit ihr verbundenen Sicherheitsregimes für die Region. Die Öffnung der Waldsiedlung und die ersten Berichte der mutiger gewordenen DDR-Medien gehörten zu den wichtigen symbolischen Akten der Friedlichen Revolution 1989.

Die Ausstellung zeigt Objekte, Dokumente und Fotos und bezieht die großflächige, begehbare Landkarte des Museums sowie die Infoterminals und den Multitouchtisch der Dauerausstellung mit ein. Zusätzlich sind außerhalb des Barnim Panoramas – als Erweiterung in die Landschaft – in der Waldsiedlung und an weiteren ehemaligen Orten der Macht, z.B. an der ehemaligen Protokollstrecke, Informations- und Orientierungstafeln vorgesehen. Eine ausstellungsbegleitende Website und eine Publikation vertiefen die Inhalte.

Bislang gibt es keine historisch-kritische Dokumentation der Geschichte der Waldsiedlung vor Ort. Die Ausstellung dient deshalb als Anlauf-, Orientierungs- und Informationspunkt für die Besucher des authentischen Ortes der Waldsiedlung (des heutigen Klinikgeländes) und der weiteren ausgewählten und vordem versteckten Orte der Macht in der Region. Sie richtet sich an ein historisch und politisch interessiertes Publikum und soll dazu beitragen, die verschiedenen Mythenbildungen um dieses Areal zu überwinden.

 

Gedenkstätte Lindenstraße für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert

Kooperationsprojekt des ZZF Potsdam mit der Landeshauptstadt Potsdam

Mitten im Potsdamer Stadtzentrum gelegen, ist die Gedenkstätte Lindenstraße ein einzigartiger Erinnerungsort. Mit ihrer Geschichte im Nationalsozialismus sowie in der sowjetischen Besatzungszone und DDR steht sie für politische Verfolgung und Gewalt während der unterschiedlichen Diktaturen des 20. Jahrhunderts in Deutschland – und zugleich für die Überwindung der SED-Diktatur und den Sieg der Demokratie in der friedlichen Revolution 1989/90.

In Kooperation mit der Landeshauptstadt Potsdam und der Ausstellungskuratorin Gabriele Schnell hat das ZZF in den vergangenen 12 Jahren die Dauerausstellung in der Gedenkstätte entwickelt und realisiert.

Gefördert wurden diese Projekte vor allem von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch die Europäische Union, Kulturland Brandenburg, die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, die Fördergemeinschaft „Lindenstraße 54/55“ und den Verein der Förderer und Freunde des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V.

Gemeinsam mit der Gedenkstätte Lindenstraße, der Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in Brandenburg und der Fördergemeinschaft Lindenstraße 54 führt das ZZF Potsdam in der Gedenkstätte die Reihe „Menschen unter Diktaturen“ mit jährlich bis zu zwölf Veranstaltungen zur wechselhaften Geschichte des Ortes durch.

Die aktuellen Forschungsarbeiten des ZZF, die in der von Thomas Schaarschmidt geleiteten Forschungsabteilung IV angesiedelt sind, sind auf eine Darstellung des Umbruchs 1989/90 im Land Brandenburg gerichtet (Autoren: Jutta Braun/Peter Weiß) und auf die Erstellung eines zweisprachigen Pockets (Autoren: Hans-Hermann Hertle/Gabriele Schnell) sowie anschließend eines Katalogs zur Dauerausstellung (Hg.: Hans-Hermann Hertle/Thomas Schaarschmidt/Gabriele Schnell).

 

www.17Juni53.de – Multimediales Website-Projekt

Kooperationsprojekt des ZZF mit der Bundeszentrale für politische Bildung und Deutschlandradio
Projektleitung im ZZF: Hans Hermann-Hertle

Der 17. Juni 1953 hatte eine Vorgeschichte – und er hatte weitreichende Folgen. Die multimediale Website, die den Zeitraum von April 1952 bis Ende 1953 abdeckt, rekonstruiert den Weg in die Krise, den Aufstand selbst und die Zeit nach dem 17. Juni: Dargestellt werden die Ursachen, der Verlauf und die Folgen.

Eine Vielfalt unterschiedlicher Quellen illustriert und ergänzt die Textinformationen: Filmausschnitte, Fotos, Originaltöne aus dem RIAS-Archiv, Zeitzeugeninterviews, Zeitungsausschnitte, Flugblätter sowie Dokumente aus deutschen und internationalen Archiven.

Die Website betrachtet einerseits die vielschichtigen Ereignisse und Entwicklungen in verschiedenen Städten und Orten der DDR zwischen 1952 und 1954 und andererseits die mit dem 17. Juni 1953 zusammenhängenden nationalen und internationalen Entwicklungen.

Website 17.Juni1953: http://www.17juni53.de/home/index.html

 

www.Chronik-der-Mauer.de und Smartphone-App "Die Berliner Mauer"

Kooperationsprojekt des ZZF mit der Bundeszentrale für politische Bildung und Deutschlandradio
Projektleitung im ZZF: Hans-Hermann Hertle

Die zweisprachige Website ist ein Langfrist-Kooperationsprojekt der Bundeszentrale für politische Bildung, des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und von Deutschlandradio. Auf der Grundlage eigener Forschungsarbeiten und bisher teilweise unveröffentlichter Dokumente, von Film- und Tonmaterial, Fotos und Zeitzeugeninterviews werden die dramatischen Ereignisse beim Bau und Fall der Mauer rekonstruiert und illustriert sowie die wichtigsten Stationen der deutschen Teilung dargestellt.

Zusätzlich zur Website bieten die Kooperationspartner in Zusammenarbeit mit der Firma Exozet die kostenlose App „Die Berliner Mauer“ an: die bisher umfangreichste multimediale Darstellung zur Geschichte von Mauerbau und Mauerfall für für Smartphones und das iPad. Der Bau der Mauer, ihre 28-jährige Geschichte und der Fall der Mauer werden an mehr als 130 Orten (points of interest) mit etwa 200 Fotos, 50 O-Tönen, 25 Filmen und zahlreichen Texten dokumentiert. Herzstück der Anwendung ist eine Karte mit detailgetreuem Mauerverlauf mit Hinterlandmauer, Todesstreifen und dem sogenannten vorderen Sperrelement. Mit dem Bereich Touren kann man die Spuren der Mauer in Berlin vor Ort erkunden. Der Entdeckermodus weist auf historische Orte in der direkten Umgebung hin, ein Navigationsmodul und Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln erleichtern die Orientierung.

Die Website www.chronik-der-mauer.de und die Apps „Die Berliner Mauer“ werden fortlaufend überarbeitet, aktualisiert und inhaltlich erweitert: die Angebote bieten mittlerweile mehr als 130 points of interest, das Bildmaterial umfasst rund 150 Fotos. 

Public History