Uwe Sonnenberg schloss erfolgreich Promotion ab: Seine Arbeit befasst sich mit der Geschichte des linken Buchhandels in Westdeutschland

20.10.2014

Am 15. Oktober 2014 verteidigte Uwe Sonnenberg an der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam seine Dissertation "Von Marx zum Maulwurf. Linker Buchhandel in Westdeutschland Mitte der 60er Jahre bis Mitte der 80er Jahre". Er schloss mit der Gesamtnote "summa cum laude" ab. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stand der 1970 gegründete Verband des linken Buchhandels (VLB).

Sonnenberg charakterisierte den Verband des linken Buchhandels als eine bislang einzigartige Assoziation in der Geschichte des deutschsprachigen Buchhandels. Sie strukturierte ein bundesweites Netz parteiunabhängiger und selbstverwalteter Buchverlage, -vertriebe und -läden mit autonomer Sortiments- und Programmgestaltung. Die Entstehung dieses Netzwerks wird aus den intellektuellen Suchbewegungen der Neuen Linken seit den 1960er Jahren heraus verstanden und vor dem Hintergrund der Ausdifferenzierung der radikalen Linken Anfang der 1970er Jahre nachgezeichnet. Mitte der 1970er Jahre bildeten die Projekte des über den VLB repräsentierten linken Buchhandels einen explizit politischen Pol und eine zentrale Infrastruktur für das stetig wachsende alternative Milieu Westdeutschlands. Ihre soziale Praxis verfolgte Sonnenberg in einer chronologischen Erzählweise bis Anfang der 1980er Jahre, als das alternative Milieu sich allmählich aufzulösen begann und auch der organisierte linke Buchhandel seine Bindungskräfte verloren hatte.

Sonnenbergs Dissertation betreuten Prof. Dr. Mario Kessler (ZZF/Yeshiva University, New York) und Prof. Dr. Siegfried Lokatis (Institut für Buchwissenschaft, Universität Leipzig). Sie wurde durch Stipendien der Rosa-Luxemburg-Stiftung und des ZZF Potsdam gefördert. Sonnenberg war assoziierter Doktorand am ZZF Potsdam in der Abteilung I "Kommunismus und Gesellschaft".

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