Presse-Information: Alte Köpfe – Neue Ordnung? Historiker des ZZF Potsdam und des IfZ stellen im BMI aktuelle Forschungsergebnisse zur Nachkriegsgeschichte der Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin vor

26.06.2017

 

Presse-Information  des ZZF Potsdam, 26. Juni 2017

(gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern und dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin)

Alte Köpfe – Neue Ordnung?

Alte Denkmuster oder Neuanfang in den beiden Innenministerien der frühen Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen DDR?
 

Heute fand die Tagung „Getrennte Wege nach dem Nationalsozialismus? Vergleichende Perspektiven auf die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin“  im Bundesministerium des Innern in Berlin statt.
Hierzu erklärt Bundesminister Dr. Thomas de Maizière:
„Ich empfinde es als Zeichen unserer gefestigten Demokratie, dass wir die Geschichte beider deutscher Innenministerien vorbehaltlos aufarbeiten. Wir haben eine gemeinsame Geschichte, der wir uns auch stellen.“

Ein Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Bösch (Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam) und Prof. Dr. Andreas Wirsching (Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin) präsentierte Ergebnisse des Forschungsprojektes zur „Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte des Bundesministeriums des Innern und des Ministeriums des Innern der DDR hinsichtlich möglicher personeller und sachlicher Kontinuitäten zur NS-Zeit“.

Im Gegensatz zum Bundesministerium des Innern  war der Anteil ehemaliger NSDAP-Mitglieder im Sicherheitsbereich des Ministeriums des Innern der DDR deutlich geringer, aber zumindest bei den „unpolitischen“ Expertenabteilungen signifikant. „Beim Bonner Innenministerium sind neben der Personalkontinuität vor allem fortbestehende Denkmuster markant. Im ostdeutschen Ministerium des Innern dominierte der personelle Neuanfang, aber in Spezialabteilungen wie dem Archivwesen konnten Führungseliten auch hier verbleiben“, erläuterte Prof. Dr. Frank Bösch die Studie.

„Bei der Untersuchung der Alltagsarbeit und des Selbstverständnisses der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Ministerien stellte sich der vergleichende Ansatz als besonders lohnend heraus“, so Prof. Dr. Andreas Wirsching. „Man beobachtete sich gegenseitig, und über die Unterschiede der politischen Systeme hinweg zeigten sich zum Teil erstaunliche Gemeinsamkeiten. Insofern leistet unser Projekt auch einen Beitrag zu einer deutsch-deutschen Verflechtungsgeschichte.“

Im Frühjahr 2018 soll die Hauptstudie des Projekts veröffentlicht werden. Weitere Monographien und Aufsätzen zu verschiedenen Schwerpunktthemen sind geplant. 

Anlässlich der Tagung haben Studierende des Studiengangs Public History der Freien Universität Berlin die virtuelle Ausstellung „Kontinuitäten, Brüche, Neuanfang. Umgang mit dem Nationalsozialismus in den beiden deutschen Innenministerien 1949 bis 1970“ präsentiert, die auch im Internet  -  http://ausstellung.geschichte-innenministerien.de/   - zu finden ist.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Frank Bösch: boesch [at] zzf-potsdam.de

Zur ZZF Presse-Information vom 26. Juni 2017 (gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern und dem Institut für Zeitgeschichte München - Berlin"
Alte Köpfe – Neue Ordnung? Alte Denkmuster oder Neuanfang in den beiden Innenministerien der frühen Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen DDR? (pdf)

Rede von Bundesminister Dr. Thomas de Maizière am 26. Juni 2017 "Wir haben eine gemeinsame deutsche Geschichte und der stellen wir uns auch gemeinsam"

Informationen zum Forschungsprojekt und zur Tagung am 26. Juni 2017 finden Sie zudem auf der Website des Bundesministeriums des Innern.

 

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