Reisen ins andere Deutschland. Tourismus durch den Eisernen Vorhang

Ende des Projektes: Dezember 2017

Nach einer Phase der immer weiteren Abschließung wurde die innerdeutsche Grenze infolge des Viermächteabkommens, des Grundlagenvertrags und des Transitabkommens allmählich wieder durchlässiger. In der „Ära Honecker“ registrierte die DDR jährlich über 6 Millionen Einreisen aus West-Berlin, der Bundesrepublik und anderen nichtsozialistischen Ländern. Zugleich stieg die Zahl jener DDR-Bürger, die in Richtung Westen reisen durften: Waren 1976 insgesamt knapp 2,8 Millionen Reisen solcher gestattet worden, so verdoppelte sich die Zahl binnen des nächsten Jahrzehnts.

In einzelnen Fallstudien untersucht dieses Projekt die zunehmende Öffnung der DDR gen Westen anhand des grenzübergreifenden Reiseverkehrs. Es fragt nach anvisierten Zielen und unerwünschten Folgen des deutsch-deutschen Tourismus, nach staatlichen Regulierungsversuchen und Formen gesellschaftlichen Eigen-Sinns. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Ambivalenz von Außenintegration und Binnenerosion, die die wachsende Durchlässigkeit des „Eisernen Vorhangs“ zeitigte. Zudem wird diskutiert, ob die Begegnungen zwischen Ost und West eine Modifikation der „Bilder vom Anderen“ und somit das Hinterfragen erlernter Feindbilder zur Folge hatten oder auch für Vorurteile mit langfristiger Nachwirkung sorgten.

Stefanie Eisenhuth

Zentrum für Zeithistorische Forschung
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