„Rassenhygiene“ und Terror-Justiz

Die Potsdamer Lindenstraße im Nationalsozialismus

Forschungs- und Ausstellungsprojekt des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Landeshauptstadt Potsdam – Gedenkstätte Lindenstraße

Projektleitung: Thomas Schaarschmidt/Hans-Hermann Hertle (ZZF Potsdam) und Gabriele Schnell (Gedenkstätte Lindenstraße)
Wiss. Bearbeitung: Annemone Christians
Gestaltung: Stefan Charné, Inga Falkenberg, Björn Gripinski (Designbüro freybeuter, Potsdam)

Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Die Potsdamer Lindenstraße 54/55 war während der Nazi-Diktatur ein besonderer Ort rassischer und politischer Verfolgung. Während die Rechtsprechung in den Dienst der Diktatur gestellt wurde, tagte am Amtsgerichtssitz Lindenstraße das Potsdamer Erbgesundheitsgericht, das für die Zwangssterilisation von mehr als 3.300 Frauen, Männern und Jugendlichen verantwortlich zeichnete. In den letzten Kriegsjahren nutzte der Volksgerichtshof das Gerichtsgefängnis zur Inhaftierung angeklagter Oppositioneller, von denen mindestens 55 zum Tode verurteilt wurden.

Das Ausstellungsmodul zur Zeit der NS-Diktatur wurde in den Jahren zuvor durch Forschungsarbeiten vorbereitet, für die im Jahre 2007 Mittel von der Europäischen Union und in den Jahren 2008/2009 Mittel beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg eingeworben werden konnten. Diese Forschungsvorarbeiten fanden parallel zu der Vorbereitung der Ausstellungsbereiche zu den Epochen der Lindenstraße 54/55 als sowjetisches Geheimdienst- (1945-1952) und Stasi-Untersuchungsgefängnis (1952-1989) sowie als Haus der Demokratie (1989/90) statt.

Mit dem Ausstellungsmodul zur NS-Zeit wurden die in der Gedenkstätte bereits umgesetzten Dokumentationsbereiche zu einer Gesamtausstellung vervollständigt.

Weiterführende Literatur

Hans-Hermann Hertle/Thomas Schaarschmidt (Hg.), Strafjustiz im Nationalsozialismus. Rassische und politische Verfolgung im Kontext der NS-Strafjustiz, Potsdam 2008.

Hans-Hermann Hertle/Gabriele Schnell, Gedenkstätte Lindenstraße. Vom Haus des Terrors zum Potsdamer Haus der Demokratie, Reihe: Orte der Geschichte, hg. v. Martin Kaule, Ch. Links Verlag: Berlin 2014
(engl. Ausgabe: Lindenstraße Memorial Site. From a House of Terror to the Potsdam House of Democracy, Translation: David Burnett, Ch. Links Verlag: Berlin 2014).

Die Dauerausstellung, die am 12. September 2013 eröffnet wurde, erinnert mit Text, Ton und Bild an die Opfer von NS-Justiz und NS-Rassenhygiene und informiert über die Täter und die Justiz als Instrument der Verfolgung in der NS-Diktatur.

Anschrift:
Gedenkstätte Lindenstraße,
Lindenstraße 54, 14467 Potsdam

Öffnungszeiten:
Di-So, 10 - 18 Uhr

ZZF-Pressemitteilung, 11. September 2013 (pdf)

Dr. Hans-Hermann Hertle

Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 1
14467 Potsdam

Büro: Am Neuen Markt 1, Raum 0.29
Tel.: 0331/28991-31
Fax: 0331/28991-50

E-Mail: hertle [at] zzf-potsdam.de

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