Materielle Kultur als Repräsentation von Herrschaft

Gefördert von der VolkswagenStiftung im Rahmen der Förderinitiative "Forschung in Museen"

Die materielle Alltagskultur der DDR weist eine auffallend große Zahl von Objekten auf, die in direktem Bezug zur DDR als Staat und ihrem politischen System stehen. Im Teilprojekt wird der Frage nachgegangen werden, inwieweit diese Artefakte als „DDR-Dinge“ erkennbar sind und worin diese Erkennbarkeit liegt. Zu unterscheiden sind dabei Objekte mit direktem politischen Bezug, die sich durch die Verwendung einer politischen Symbolik in unterschiedlichen Gebrauchskontexten, von Propagandamaterial bis hin zu alltäglichen Gebrauchsgütern, auszeichnen von solchen, deren Vorkommen sich aus der politisch gesetzten Organisation und einer gesellschaftlichen Praxis heraus erklärt. Damit stellt sich die Frage, inwieweit die Objekte als „Herrschaftsobjekte“ wahrgenommen wurden und/oder sie als Bestandteil persönlichen Besitzes Teil eines zwar systemgebundenen, aber zugleich auch individuellen Lebenslaufs zu interpretieren sind. Das Teilprojekt soll diese Schichtung von Repräsentation und Aneignung sichtbar machen, indem die Sammlungen des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR in Bezug auf die politische Konnotation von Alltagsobjekten analysiert werden und, orientiert an den Objektgruppen der musealen Sammlung, diese Verknüpfungen exemplarisch sichtbar gemacht werden. Die Projektergebnisse sollen dabei auch methodische Fragen der Analyse von Alltagsobjekten berühren und den "Quellenwert" der materiellen Kultur für Fragestellungen der Zeitgeschichte verdeutlichen. Die Projektergebnisse werden in Beiträgen des geplanten Sammelbandes veröffentlicht und fließen in die webbasierte Arbeitsplattform ein.

Teilprojekt des Projektes "Materielle Kultur als soziales Gedächtnis einer Gesellschaft. Der Sammlungsbestand des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR als Quelle für die zeitgeschichtliche Forschung"

Dr. Andreas Ludwig

Zentrum für Zeithistorische Forschung
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