Familie im 20. Jahrhundert

Konflikte um Ideale, Politiken und Praktiken

Dieses Projekt korreliert die diskursiv verhandelten Familienideale mit den Praktiken des Familienlebens und den institutionellen Rahmenbedingungen und untersucht, wie in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts gesellschaftlich-kulturelle Veränderungsprozesse abliefen. Es sollen sowohl die langen Linien der Veränderungen als auch der Einfluss bestimmter historischer Konstellationen ermittelt werden. Konkret wird dabei gefragt, wie historische Akteure in unterschiedlichen Zeitabschnitten „Familie“ definierten und wann bzw. wie sich ihr Verständnis von „der Familie“ wandelte. Zugleich wird untersucht, wie sich die äußere Zusammensetzung von Familien, ihre Sozialstruktur und das familiäre Zusammenleben sowie die Geschlechterrollen wandelten. Drittens wird analysiert, in welches institutionelle Setting wie gesetzliche Regelungen die Debatten um Familie und das Familienleben eingebettet waren. Über die Austauschbeziehungen lässt sich wiederum bestimmen, welche Faktoren die gesellschaftlichen Wandlungsprozesse initiierten. Damit geht das Projekt vor allem der Frage nach den Kontinuitäten und Brüchen über die politischen Systeme und Zäsuren in der Geschichte des 20. Jahrhunderts nach. Insofern stehen Transformationsprozesse, Interdependenzbeziehungen und sich beschleunigende und verlangsamende Wandlungsprozesse sowie die Kausalitätsbeziehungen im Mittelpunkt der Analyse.

Dr. Christopher Neumaier

Zentrum für Zeithistorische Forschung
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