Gewalt und Zivilität

Russland von Brežnev zu Putin

Die Frage der Gewalt nach Stalin – im Spätsozialismus und dann in der Perestroika und der Transformation – steht im Mittelpunkt dieses Projekts. Erste eigene Studien beschäftigen sich mit Michail Gorbačevs Perestroika als „oktroyierter Zivilisierung“ der sowjetischen Gesellschaft, mit der Rolle der Armee in der UdSSR und mit Afghanistan als Gewaltraum, in dem die sowjetischen Soldaten den Partisanenkrieg erlebten. Mittelfristig sollen Faktoren der Zivilisierung – „von oben“ wie in der Perestroika, aber „von unten“ durch zivilgesellschaftliche Gruppen – analysiert und zu den Gewaltkulturen des Parteistaates, aber auch der sowjetischen Gesellschaft in Beziehung gesetzt werden. Ziel ist es, anhand des Begriffspaares Gewalt und Zivilität die Veränderungen der russischen Gesellschaft von den siebziger Jahren bis in die Gegenwart besser zu verstehen. Dabei wird der Bogen vom Afghanistankrieg 1979 über Tschetschenien bis zum Krieg in der Ukraine seit 2014 geschlagen.

Dr. Jan C. Behrends

Zentrum für Zeithistorische Forschung
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